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vollendetem Vau des lezteren käme dann die Reihe an das Hofoperntheater, wel⸗ ches ebenfalls von Grund auf neu er⸗ ſtehen ſoll.— Die Gaſtſpiele der Mad. Fiſcher⸗Achten werden nun bald ihr Ende erreichen, da die Operngeſellſchaft des Joſephſtädtertheaters auf der Vad⸗ ner Bühne Borſtellungen geben wird. — In Herold Halevy's„Ludovic“ gab die gefeierte Künſtlerin die Fran⸗ cisca. Der Beifall ſteigerte ſich für M. F. Achten bis zum Enthuſiasmus. Hr. Fiſcher als Kapitän, ſpielte recht gut. Auch die H. H. Mellinger u. Kreipl, dann Dlle Jazede leiſteten Genügendes. — Olle Wolf ſchloß ihren Gaſtrollen—⸗ Cyklus auf dem Leopoldſtädtertheater als Precioſa. Wir hätten es vorgezo— gen, wenn Dlle W. nur in Konverſa⸗ tionsſtüken aufgetreten wäre. Olle Pe⸗ roni iſt von ihren Gaſtvorſtellungen in Grätz zurükgekehrt und trat das erſte Mal in„Von Sieben die Häßlichſte““ als Erneſtine auf. Sie ſcheint auf ih⸗ rer Kunſtreiſe nicht gewonnen zu ha⸗ ben.— Töpfers„Bub' und Dame“ wollte nicht recht anſprechen, und doch müſſen wir den Hrn. Quandt, Haus⸗ mann, Skutta, Tomaſelli und den Da⸗ men Skutta und Schmidt das Zeugniß geben, daß ſie alles Mögliche leiſteten, was zum Gefallen dieſes Luſtſpiels bei⸗ tragen konnte.— Eine RNepriſe des „Liebenau“ von Schickh, worin Mad. Rohrbeck nach einer bedeutenden Krank- heit wieder auftrat und der„Adelaide“ ſprachen beſſer an.— Im Theater an der Wien gaſtirt Herr Kunſt fleißig darauf los. Wir ſahen ihn als Wil⸗ helm Tell(wo zugleich Kunſt Sohn den Walther ganz allerliebſt agirte), als Peter von Szapar, Abällino, Ferdi⸗ nand(in„Kabale und Liebe“), Ri⸗ chard Löwenherz(in„Englands Reichs⸗
pannier“) und als Roderich(in„Leben
ein Traum“). Der Mehrzahl des Publi⸗ kums iſt Hr. Kunſt eine Sonne, mir nur
ein Bliz, der zwar zündet, aber nicht wärmt. Was die Umgebung an⸗ belangt, hat H. K. einen ſehr harten Stand, denn man gibt ſich quasi Mühe, die beſten Nollen zu verderben, als das z. B. ſind: Wurm, Kalb(in„Kabale und Liebe“) u. d. m.— Olle Weick als Louiſe und Mad. Fiſcher als Lady hin⸗ gegen leiſteten Vorzügliches.— Der alte und würdige Orcheſterdirektor und erſte Violinſpieler des Theaters an der Wien, Herr Clement geht von die⸗ ſer Bühne ab, er, der noch die einzige Reliquie aus der ſchönen Zeit war, wo Kunſt und Geſchmak hier ihren Tempel aufgeſchlagen. Hr. Franz Ed⸗ ler v. Marinelli ſezte ihn dafür an die Stelle des Herrn Leppen, der bisher in der Eigenſchaft eines Orche⸗ ſterdirektor und erſten Violinſpielers in Leopoldſtädter Theater in Engagement ſtand, und nun einem vortheilhaften Rufe nach Mannheim folgt. Herr v. Marinelli hat ſich dadurch alle Freunde der Muſik und Verehrer der Kunſt be⸗ freundet.— Dlle Moſtbauer, Kunſt⸗ reiterin von der Geſellſchaft der Mad. de Bach, iſt nicht, wie wir früher be⸗ richteten, an den Folgen eines Stur⸗ zes geſtorben, ſondern befindet ſich nun ſchon auf dem Wege der Geneſung.— Dem Vernehmen nach, wird Hr. v. Ma⸗ riuelli in Verbindung mit Mad. de Bach im Prater Vorſtellungen geben, nach Art der Spektakel, die Franconi in Paris arrangirte. Adiaphoros.
Korreſpondenk.
Wien.(Ankündigung des neuen Korreſpondenten, oder Policinello's Geburt). Eine Zeitſchrift ſammt ihrem Redak⸗ teur ihren Leſern, Nezenſent en, Korre⸗ ſpondenten und ſonſtigen Renten glei⸗
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