Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
476
 
Einzelbild herunterladen

476

würden. Daß das Mondenlicht großen Einfluß auf den Geiſt hat, iſt eine lei⸗ der! nur zu bekannte Thatſache, da es ja eine beſondere Krankheit, die Mon dſucht, gibt, welche beſonders zur Zeit des Vollmondes ausbricht. Scharfe Raſirmeſſer, Scheeren de. ſollen, wenn ſie eine Nacht im Mondenlichte liegen, ihre Schärfe verlieren. In St. Domingo ſoll es ſich längſt durch Erfahrung bewährt haben, das gutes Nuzhol;z nur während des abnehmenden Mondes gefällt werden dürfe. Edmonſtone, der 30 Jahre lang Verwalter der Forſten von Demerary war, machte dieſelbe Bemerkung und erklärt dieſen Einfluß des Mondes für ganz unverkennbar. Dieſe Erſcheinung ſoll ſich bei allen Bäumen der Kolonien in Südamerika und Weſtindien zeigen; Holz zur Zeit des Vollmonds gefällt, ſoll ſich häufig ſpatten und leichter in Fäulniß übergehen, als wenn es zu einer andern Zeit gefällt wird. f

Rangunterſchied in Amerika.

In jedem Hoſpitale, in jedem Gefängniſſe in den Vereinigten Staaten gibt es beſondere Räume, in denen die Kranken und Verbrecher je nach i h⸗ rer Farbe vertheilt werden, und die Weißen erhalten überall Pflege und Nachſicht, welche man den armen Negern verſagt. In jeder Stadt gibt es be ſondere Begräbnißpläze für die Weißen und die Farbigen. Was aber am mei ſten überraſcht, iſt, daß man dieſelbe Trennung auch in den Gotteshäuſern findet. Rang und Vorrecht in einer chriſtlichen Kirche! Bisweilen weiſt man die Schwarzen in einen dunkeln Winkel, und bisweilen ſchließt man ſie ganz aus; die elegante Geſellſchaft müßte ſich ja ſchämen und ekeln, befände ſie ſich unter ſo rohen, ſo ſchlecht gekleideten menſchlichen Geſchöpfen! Die Verſamm⸗ lung in dem Gottes hauſe iſt für den Amerikaner das einzige Vergnügen, welches der Sonntag erlaubt; für die Amerikaner iſt die Kirche die Vromena- de, das Konzert, der Vall, das Theater; hier zeigen die Damen ihren Puz. Wie unangenehm wäre alſo das Eindringen eines ſchwarzen Geſichts in dieſe glänzende Geſellſchaft.

TLeitung der Novitäten und Anfichten.

der Oberprieſterin waren durch H. Forti, Hrn. Seipelt und Olle. Vondra entſpre chend beſezt. Einem theilweiſe glau⸗ benswerthen Gerüchte nach ſoll dieſes Hofoperntheater wieder unter kaiſ. Regie gelangen und zwar ſchon von nächſten Oſtern an. Es ſoll demſelben

Theater.

Wien(22. Juli). Am 16. d. M. gab man im k. k. Hofopernthea⸗ ter zur Venefize der Mad. Schodel Spontinis Meiſterwerk:die Veſtalin.

Mad. Schodel, die jezt als Prima Donna agirt und ſingt, that ihr Möglichſtes und gefiel theilweiſe. Wild als Licinius war ausgezeichnet. Die

Rollen des Einna, des Pontifex und

Gerüchte zufolge indeß abwechſelnd Oper und rezitirendes Schauſpiel im Kärnth⸗ nerthortheater gegeben werden, und das k. k. Hefburgtheater in größerer Ausbehnung neu gebaut werden. Nach