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an Nahrung für ihre beiden Kinder ſehlt, ſo wird eins derſelben von einem Mutterſchafe, dem einzigen Reichthume des Krüger, geſäugt,— gewiß eine ſeltene Erſcheinung.„ A. Braunſchweig. Der Verein homöopathiſcher Aerzte wird ſeine dies— jährige Generalverſammlung am 10. Auguſt in Braunſchweig halten, und hat deshalb eine Bekanntmachung in öffentlichen Vlättern erlaſſen. S. München. Am 22. Juni biß ein wüthender Hund zu Warmenſteinach, Landg. Weidenberg, 5 Menſchen, eine Kuh, 1 Schwein und 8 Hunde. Das Schwein und die Hunde wurden ſogleich erſchlagen; die Kuh iſt unter Aufſicht, und die Menſchen unter ärztliche Be⸗ handlung geſtellt. S. Dieppe. Die Bezirke von Eu und Envermeu bei Dieppe wurden kürz⸗ lich von einer ſo ungeheuern Menge der ſogenannten Hahnenkäfer heimge— ſucht, daß die Einwohner ſich während ihres Schwirrens kaum vor die Thür trauten, weil ſie, gleich ſpizigen Ha⸗ gelſchloſſen, ihnen ins Geſicht flogen. Die in dieſer Gegend ſo zahlreichen Eichen und Buchen ſind von dieſen In⸗ ſekten ſo gänzlich abgelaubt worden, daß ſie wie erſtorben daſtehen. T. Madrit. Die politiſchen An⸗ gelegenheiten beſchäftigen den ſpaniſchen Premierminiſter Grafen Toreno nicht ſo ſehr, daß er, der ſich's vorgenom⸗ men zu haben ſcheint, der ſpaniſche Thiers zu ſein, nicht auch auf ſeinen literariſchen Ruhm bedacht wäre. Er bereitet jezt die Herausgabe ſeiner Ge— ſchichte von Spanien bis 1808 in ſpa⸗ niſcher und franzöſiſcher Sprache vor, und hat bereits einem ſeiner Bekann⸗ ten in Paris einige Fragmente zu ei⸗ ner Ueberſezungsprobe mitgetheilt. Die
Ueberſezung wird nicht leicht ſein,
denn Toreno bat einen eigenen Styl, er will Puriſt ſein und bedient ſich da⸗ her älterer klaſſiſcher Ausdrüke, mit denen er ſogar zuweilen neuere tech- niſch gewordene Vhraſen in der Kriegs⸗ kunſt u. ſ. w. erſezen will. Es exiſtirt von ihm bereits eine Broſchüre über die Geſchichte von Spanien in den Jahren 1816 bis 1820, aber ſie iſt ſehr ſelten geworden. 5.
Paris. Ein Eheſcheidungspro⸗ zeß, den die Gräfin v. Cateauvillars gegen ihren Gemahl anhängig gemacht hatte, wurde kürzlich auf ſonderbare Art erledigt. Die Gräfin war gerade von dem Gericht aufgefordert worden, die Veweiſe für ihre Anklage vorzu- bringen, als ſie, bei einem Spazir⸗ gange auf dem Boulevard zu Paris, von ihrem Gemahl angehalten, und halb mit Güte, halb mit Gewalt in eine bereit ſtehende Reiſekutſche geho⸗ ben wurde, worauf beide unverzüglich die Reiſe nach Deutſchland antraten.
B.
Cyrtus der Mad. Laura de Bach.
Peſt h. Die in ganz Europa berühmte Kunſtreiter⸗Geſellſchaft der Mad. Laura de Bach wird nächſtens in Peſth eintreffen, um auch daſelbſt Proben ihrer erſtaunens⸗ würdigen Kunſtfertigkeit abzulegen. Dieſe Ge⸗ ſellſchaft zählt unter ihren zahlreichen Mit. gliedern wahrhafte Virtuoſen dieſer Kunſt; die Pferde ſind von einer bewunderungswür⸗ digen Dreſſur und die Garderobe glänzend, ſo daß wir den Freunden der edeln höhern Reitkunſt einen nicht gewöhnlichen Genuß vorausſagen können.— Auch wird die Ge⸗ ſellſchaft uns ein eben ſo neues als intereſſan⸗ tes Schauspiel mit den Wettkourſen, nach der Art, wie ſie ſo eben in Wien im Belvedere unter großem Zulauf und außerordentlichem Beifalle ſtattgefunden haben, bereiten. Der Cyrtus wird vor dem Handelsſtandgebäude aufgeſchlagen werden.
1.
Herausgeber und Verleger Franz Wie ſe n.
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