Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen (Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Halbſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ ſendung 5 fl. Anf Velinpapler mit erſten Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfreti 6 fl. C. M.
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(Seſötuß.),
Als mein Gegner mit dem Abmeſſen der Diſtanz fertig war, wandte er ſich wieder zu Franz in kaltem, ruhigem Ton, den einen an dergleichen Han⸗ del gewohnten Mann verrieth:„Nun, Herr, laßt jezt ſehen, womit ſchießen wir? Ihre Piſtolen kommen mir herzlich ſchlecht vor; aber die meinigen ſchie— ßen vortrefflich, man könnte ein Haar damit ſpalten, wenn es ſein müßte. Ich denke, wir nehmen ſie; wir kommen deſto ſchneller in's Reine.“—„Ohne alle Zweifel,“ dachte ich.—„Was ſagſt du dazu?“ fragte mich Franz.— „Mache was du willſt,“ erwiderte ich und zwang mich zu einem gleichgiltigen Lächeln, ich verlaſſe mich ganz auf dich.“ Franz nahm den Vorſchlag des Ge— genparts an.„Wohl,“ fuhr dieſer mit unerſchütterlicher Kaltblütigkeit fort, „jezt handelt es ſich nur noch darum, wer den erſten Schuß hat. Hat Jemand einen Thaler in der Taſche?“ fragte er leichthin, nahm aber zugleich einen aus dem Beutel und ſagte:„Da iſt einer.“ Er gab ihn ſeinem Sekundanten, dieſer warf ihn in die Luft, und das Loos entſchied gegen mich.
Franz trat zu mir, drükte mir die Hand und ſagte mit bewegter Stim— me:„Muth, lieber Freund! Du ſiehſt wohl, der Schurke denkt dich durch ſein prahleriſches Weſen einzuſchüchtern; aber nur Kourage! und Alles geht gut. Komm, laß dich ſtellen. Du biſt ſchlank, mache dich noch dünner; glaube mir, kehre ihm nur die Seite zu. Man ſtreitet viel darüber, ob es beſſer iſt, ſich ſo oder geradeaus zu ſtellen; aber folge keklich meinem Rath! So, mache dich dünner, und es müßte mit unrechten Dingen zugehen, wenn er dich träfe. Gott ſei mit dir!“ ſprach er gerührt, drükte mir noch einmal die Hand und trat zur Seite. 3


