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Der glüklichſte Erfolg krönte ſein Unternehmen. Als er vor der Mitteltribune
anlangte, ſezte er ſeine Pferde in kurzen Galopp und ſpannte ſie ab er den Wagen auf das Hintergeſtell fallen ließ. Dieſe
„indem ſchwierige Bewegung
wurde ebenfalls mit dem günſtigſten Erfolge ausgeführt.
Leitung der Novitäten und Anfichten.
Mliszellen.
Paris. Ein junges Mädchen, welches kürzlich bei Var le Duc, im Maas departement mit Umgrabung ei⸗ nes Feldes beſchäftigt war, ſtieß auf eine thönerne Vaſe, in welcher ſich, bei der Eröffnung, 1450 ſilberne Mün⸗ zen befanden, die zuſammen 97 Pfd. wogen. Ihr Vater brachte ſie nach Bar le Duc, und verkaufte ſie dort an ei⸗ nen Goldſchmied für den Silberwerth. Der Käufer wird ſie durch den Ver⸗ kauf an Münzliebhaber beſſer zu ver⸗ werthen wiſſen. Der größte Theil die⸗ ſer Münzen trägt das Bildniß des rö⸗ miſchen Kaiſers Philipp und ſeines Sohnes, und des Kaiſers Gordian; doch ſind auch einige Münzen von Com- modus, Pertinar, Severus, Caxacalla und Geta, Heliogabalus, Alexander, Naximinus, Decius und Gallus dar— unter, noch andere tragen das Bildniß von Frauen, wie Julia Auguſta, Ju⸗ lia Mammäa und Fauſtina. Nur eine einzige iſt von Veſpaſtan; auf dieſer ſteht nur noch der Name, die Umſchrift iſt verwiſcht; auf der Rükſeite iſt ein Schwein abgebildet. Dieſes Stük, vielleicht das werthvollſte bon allen, we⸗
gen ſeiner Seltenheit, hatte der Golb⸗
ſchmied leider in 2 Theile zerſchlagen, um ſich zu überzeugen, daß es Silber ſei. Dennoch hat es bereits einen Käu⸗ fer gefunden. 1 B. Bertin. Ein Schuhmacher ſchikte ſeinen Lehrling um ein Paar Brat⸗
würſte. Beim Heimkeyren konnte der
arme Junge dem Gelüſte nicht wider— ſtehen und er verzehrte eine von den Würſten.„Ja, das iſt ja nur eine* ſagte der Meiſter,„wo haſt du denn die andere?“—„Ja, das iſt eben die andere!“ erwiderte der verlegene Kleine.
London. Die berühmte engli⸗ ſche Schauſpielerin Miß Fanny Kem⸗ ble(gegenwärtig Miſtreß Butler) hat ihren Aufenthalt in New-Mork ge. in einem eben erſchienenen Buche beſchrie⸗ ben, das an den Amerikanern kein gu⸗ tes Haar läßt, wie das der Miſtreß Trollope. Sie beſchäftigt ſich darin auch mit Politik, und ſagt unter an⸗ derm:„Ich bin feſt überzeugt, Amerika wird eine Monarchie ſein, ehe ich ein Gerippe bin.“ Ueber die Amerikaner überhaupt ſagt ſie:„Häuslichkeit und Einſamkeit zu irgend einer Zeit oder unter irgend einem Umſtande iſt ein Ding, wovon der Amerikaner keinen Begriff hat. Sie ſcheinen nicht zu be⸗ greifen, daß vom Sonnenaufgange an bis zum Sonnenuntergange auf einem Dampfboote eingeſchloſſen zu ſein, ein großes Elend iſt, oder daß es wün⸗ ſchenswerth ſein könne, auch einmal allein zu ſein. Sie leben alle Tage im Gedränge, eſſen in Gaſthäuſern zu zwei und dreihunderten, ſchlafen zu fünfen und ſechſen in einem Zimmer, reiſen in Schaaren dc. vc.“—
Augsburg. In Ugodda, im Kreiſe Bromberg, lebt ein armer Ta⸗ gelöhner mit Namen Krüger, deſſen Ehefrau unlängſt von Zwillingen ent⸗ bunden wor den iſt. Da es der Mutter


