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künſtliche Wärmeerregung, nicht unbeachtet blieb. Der in faſt allen europäi⸗ ſchen Staaten zunehmende Brennſtoffmangel mußte das mechaniſche Genie auf⸗ muntern, ſeine Kräfte dieſem wichtigen Gegenſtande zuzuwenden. In Norda⸗ merika kam man zuerſt auf den Gedanken, durch reziproke Reibung zweier mit einem Waſſerrade in Verbindung ſtebenden Metallplatten den Wärmeſtoff künſt⸗ lich zu entwikeln. Da aber dieſes Verfahren wegen mehreren von ſelbſt ein⸗ leuchtenden Hinderniſſe nur an ſehr wenigen Orten, und ſelbſt da nicht mit beſonderem Vortheile ins Werk geſezt werden kann, ſo mußte auf ein anderes Mittel gedacht werden. Herr Rebenſtein, ein geſchikter Mathematiker, der ſich beſonders auch mit dem Weſen der Gasarten und Dämpfe durch anhaltendes Studium und ſeltene Veobachtungs gabe ungemein vertraut gemacht, hat nun eine Schrift herausgegeben(Wärmeerregung ohne Brennmaterial u. ſ. w., Nürnberg bei A. Recknagel), worin er mit mathematiſcher Genauigkeit dar⸗ thut, daß er bei allen Zweken der Feuerung, wo es nicht auf eine ſehr hohe Graduation der Wärme(z. B. über 1400 L.) ankommt, die Brennſtoffe auf eine höchſt einfache und angenehme Weiſe durch Kompreſſion der atmoſphäriſchen Luft überflüſſig gemacht werden können, wobei er die nöthigen Vorrichtungen beſchreibt, und auch eine neue Bewegkraft angibt, die für den Fabrikanten u. A. von doppeltem Intereſſe ſein muß, da ſie nicht, gleich der Dampfkraft, eine koſtſpielige Unterhaltung in Anſpruch nimmt, und daher jene in den meiſten Fällen erſezen kann. Durch eine einzige Maſchine von größern Dimen⸗ ſtonen können, nach ſehr genauen Berechnungen, über 9000 Klafter Brennholz erſezt werden, ein Reſultat, das auf die baldige Verwirklichung dieſer Er— findung ſchließen läßt, und welches jezt das allgemeine Intereſſe auf ſich zie⸗ hen muß.
Ein ſatyriſcher Gypsfigurenverfertiger.
In Paris lebt ein merkwürdiger Künſtler, Danton, der ſich ausſchließ⸗ lich damit beſchäftigt, die Thorheiten der Zeit dc. als echter Satyriker zu geißeln. Das Mittel, das er dazu wählt, iſt freilich ungewöhnlich; es iſt weder die Feder, noch der Pinſel, ſondern er bildet Gypsfiguren, und gibt ihnen eine karikirte Form, in welcher die lächerliche Seite, die er vor Au⸗ gen ſtellen will, mit ſeltener Treue und Fertigkeit hervorgehoben wird. Er iſt ein zweiter Hogarth in ſeiner Sphäre, und wählt nach ſeiner Laune unter den verſchiedenen Notabilitäten der Geſellſchaft diejenigen aus, welche ſeinem Zweke beſonders dienen können. Im Individuum verſpottet und geißelt er die ganze gegenwärtige Geſellſchaft, und jedes Figürchen Dantons iſt eine beißende Schilderung der Geſchichte der Gegenwart. Dabei weiß er troz der Karikatur die Perſon, welche er darſtellt, ſo treu wiederzugeben, daß man ſie auf den erſten Blik erkennt. Er beſizt ein ganzes Kabinet ſolcher Gypskarikaturen, und unter ihnen dürfte kaum noch ein bekannter und berühmter Name ſehl en, denn ſeine Laune* Niemand. 8
. im Wagen. 7 Vei dem neulichen Wettrennen zu Chantilly erhielt ein Herr Pourat die Erlaubniß, in ſeinen mit zwei Pferden beſpannten Tandem mit zu konkurriren.


