Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
447
 
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München aus) ihre künſtleriſche Lauf⸗ bahn nach Italien verpflanzte. N.

Stuttgart. Am. 29. Juni, in der lezten Vorſtellung vor den zwei⸗ monathlichen Ferien der Stuttgarter Hofbühne, trat Herr Syedelmann als Abbé de l'Epée, zum Erſtenmal ſeit ſeiner Rükkehr, wieder auf. Er wurde mit großem Beifall empfangen, der ſich noch enthuſtaſtiſcher ausſprach als Seydelmann erklärte: daß er von Stuttgrrt, wo er ſich in der Heimath fühle, nicht ſcheiden werde. G.

Miszellen.

Paris. Ein Brief aus Ver⸗ ſailles erzählt folgende auffallende Be⸗ gebenheit: Ein junger Mann aus ei⸗ ner angeſehenen Familie von Paris, M. v. M., hielt um die Hand einer jungen Dame an, die ihm die Eltern aber verweigerten. Er beſchloß hierauf mit ihrer Einwilligung, ſie nach Ver⸗ ſailles zu entführen. Das Cabriolet befand ſich mit den beiden Flüchtlingen ſchon auf der Straße von Paris, als der jüngere Bruder des Mädchens ſie einholte. Heftiger Streit erhob ſich unter beiden jungen Männern, der in ein Duell ausging, in dem der Bru⸗ der blieb. Wenige Tage darauf kam der zweite Bruder, Offizier in einem Regiment in der Nähe von Paris, als er den Ausgang vernommen hatte, nach der Hauptſtadt, und forderte den Mann, der ſolche Zerſtörung in ſeiner Fami lie angerichtet habe, heraus. Das Duell fand Statt, und auch der zweite Bru⸗ der ſank unter dem Schwerte ſeines Gegners, der auf der Stelle floh. VB.

London. Ein engliſches Blatt verſichert, daß es in dieſem Augenblike zu Dublin mehr als 40,000 Individuen gebe, die aller Exiſtenzmittel beraubt ſind; blos in der Pfarre von St. Mis⸗

han zählt man unter 24,000 Einwoh⸗ nern 18,000 Arme. M. München. Wenn etwa jezt Je⸗ manden die Naſe abgebiſſen wird, ſo ſehe er nur darauf, das der Veißer das ab⸗ gebiſſene Stük nicht verſchlinge, denn dieſes kann ſehr gut wieder angeheilt werden; wenigſtens geſchah dies in Ita⸗ lien, wo im Streite ein Mann ſeiner Frau die Naſe abbiß, und ein Medi⸗ ziner, erſt 5 Stunden nachher das ge trennte Stük wieder an ſeine Stelle anpappte. Nach 7 Tagen war es ange- heilt.(Das dies wahr iſt, unter- ligt keinem Zweifel, denn es iſt ge druk t.) G. Piſa. Hier hat die große ame⸗ rikaniſche Boa, welche der Engländer T. Gulley zeigt, am 14. Mai Morgens 52 Eier gelegt. Am 11. Januar 1855 legte dieſelbe Boa in Kronſtadt in Siebenbürgen eine Anzahl Eier, de⸗ ren Aus brütung Hrn. Gulley gelang, und wovon noch 7 junge Voa's am Le⸗ ben ſind. N. London. Der indiſche Prinz Oſcha⸗ mah Uddin war bei mehrern Feſten, welche der Adel Londons in dieſen Tagen gege- ben hat, gegenwärtig. Er erſchien in ſei⸗ ner hinduiſchen Tracht, und zwar in einem rehfarbenen, mit Gold beſezten und vorn offenen Gewande, unter dem er ein buntfarbiges Unterkleid trug. Sein Kopfpuz beſtand aus einer Müze von flohfarbenem Sammt, die vorn aufgeſchlagen war. Der Prinz iſt mehr als gewöhnlich ſtark, und hat eine dunkle Geſichtsfarbe, aber etwas unge- mein Einnehmendes in ſeinen Zügen. Er mag etwa 40 Jahr alt ſein. M. Paris. Ein franzöſiſches Jour⸗ nal behauptet, die Dame, welche Hr. Guizot heirathen werde, ſei die Wittwe des Barons v. Stacl. Die Mutter des Leztern(die berühmte Schriftſtel⸗ lerin Frau v. Staczl) hatte von Lud⸗ wig XVIII., wegen alter Forderun⸗