Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
446
 
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liche trokene Stempel ſoll ſichtbar ſein, wenn auch der Vrief zuſammengelegt iſt. Dieſe Einrichtung hat den Vortheil, daß allen Reiſenden und Voten ver⸗ ſiegelte Briefe mitgegeben werden können, ohne daß die Poſt dadurch einen Schaden erleidet, weil ſie durch den Verkauf des Stempelpapiers die Brief

abgabe vorher erhebt.

Teitung der Novitäten und Anfichten.

Theater.

Wien(8. Juli). Im Hof⸗ operntheater gaſtirten Mad. Detroit und Huray in:Das Ehepaar aus der alten Zeit von Angely. Das Stük iſt im Verhältniß zu den andern Produkten Angely's erträglich und die eingewebten Liedchen ſind nicht unan⸗ genehm, allein ſo ſehr gut die beiden Gäſte ſpielten, eben ſo ſchlecht ſangen ſie. Hr. Juſt erhielt Beifall. Mad. Fiſcher⸗ Achten enthuſiasmirt im voll⸗ ſten Sinne des Wortes im Theater in der Joſephſtadt das ſtets zahlreich verſammelte Publikum. Einen neuen Triumph feierte ſie in Kreuzers: Nachtlager von Granada, als Ga⸗ briele. Ihre entzükend ſchöne Stimme und ihre untadelhafte Sangweiſe lie⸗ ßen uns nun erſt hören, was Kreuzer mit dieſem Part geſchaffen hat, denn bisher gelang es noch keiner Vorgän⸗ gerin der liebenswürdigen Künſtlerin damit ins Reine zu kommen. Einer unſer gründlichſten Kritiker, der über⸗ dies ein heißer Verehrer der italieni⸗ ſchen Oper war, gibt ihr das ehren volle Zeugniß, daß Mad. Fiſcher⸗Ach⸗ ten keine Rivalin zu ſcheuen ha⸗ be. Zugleich gab Herr Biberhof als Gaſt den Jäger und erfreute ſich der regſten Theilnahme. Im Theater an der Wien gaſtirte Hr. Herbert, vom Nürnberger Stadttheater als, Graf Sa⸗ vern, inFridolin. Der Gaſt war

ſchlecht, Demoiſ. Condoruſſi ſchlecht, Hr. Gämmerler ſchlecht, alle übrigen ſchlecht. Adiaphoros. Berlin. Auf der königl. Hof⸗ bühne gaſtirte in lezter Zeit die Sän⸗ gerin Dem. Maſchinka-Schneider aus Dresden, ohne jedoch den ihr voran gegangenen großen Ruf vollkommen zu rechtfertigen. Für den 15. Juli wird die erſte Aufführung von Seri be's und Auber's neueſtem Werke: Das eherne Pferd, und für den Geburtstag des Königs(3. Auguſt) die ſeit zwölf Jahren nicht mehr gegebene Lodoiska von Cherubini einſtudirt. Hr. Bayer hat zur zweiten Gaſt rolle im Königsſtädter Theater den Fra Diavolo bei noch vollerem Hauſe und lebhafterem Beifalle, als im Bar⸗ bier von Sevilla geſungen. Man er kennt ihm alle Vorzüge eines meiſter⸗ haften Geſanges und eines trefflichen Spieles zu. Beſonders ſprach die große Szene im dritten Akte an. Dem. Vial, welche die Zerline ſang, legte am Schluß der Oper eine Arie aus Do⸗ nizetti'sForioſo ein, die unſere Dilettanten ſelbſt beinahe in Furioſt umwandelte. Sonderbar iſt es, in den Rezenſionen unſere hieſigen Blätter das Verdienſt angerühmt zu ſehen, daß Dem. Vial im Spiel die italieniſche Weiſe ſo ſchnell in deutſche umgeſchaf⸗ fen habe. Unſere Kunſtrichter wiſſen wahrſcheinlich nicht, daß Dem. Vial kei⸗ ne Italienerin iſt, ſondern in Deutſch⸗ land und Frankreich zum Geſang her angebildet wurde, und erſt ſpäter(von