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zen ihres Vaters, Hrn Necker, 2 Mill. Francs erhalten. Ihr Sohn und ihre Tochter, die Herzogin von Broglie, erbten dieſes Vermögen. Erſterer ſtarb vor wenigen Jahren, und ſein Sohn folgte ihm bald darauf, ſo daß ſeine Wittwe das ganze Vermögen ihres Gat⸗ ten beſizt. B.
Frankfurt. Freiherr v. Hall⸗ berg, bekannt unter dem Namen:„der Eremit von Guating“, wird nächſter Tage nach Holland abgehen, um ſich von dort zu einer längern Reiſe nach Amerika und Indien einzuſchiffen. C.
Konſtantinopel. Der Re⸗ dakteur der türkiſchen Zeitung(Tek⸗ wimi Wekaji), der zugleich Reichshi⸗ ſtoriograph iſt, meldet in einer ſeiner lezten Nummern, daß ſeine nach 3 Mo—⸗ naten abgelaufene Dienſtzeit durch die großherrliche Huld um 4 Monate ver— längert worden ſei, und nennt ſich: „den mit der Kadiwürde der Reſidenz begnadigten, zum Dank in jeder Hin⸗ ſicht ohnmächtigen, im Meere der g roß⸗ herrlichen Gunſt ertrunkenen u. ſ. w., u. ſ. w., Hiſtoriographen und Redak— teur von großer Armſeligkeit, Sohn des Sahafler Scheichi, Eſfeid Mu⸗ bamed Eſſoad.“ Der Titel Ef⸗ fendi iſt aus Beſcheidenheit weggelaſſen.
D.
Hannover. Die Hannover'ſche Zeitung, welche über die Grundſtein⸗ legung des neuen Univerſitätsgebäudes zu Göttingen berichtet, meldet, daß, als der Prorektor, Profeſſor Bergmann, nach Beendigung der von ihm gehalte⸗ nen Rede, das Lebehoch des Königs ausbrachte, ihm rechts zur Seite von einem bis dahin ruhig geweſenen(2) Gewitter ein Bliz, und faſt unmittel⸗ bar darauf ein Donnerſchlag erfolgte, ein Ereigniß, welches eine ſehr große
Senſazion hervorrief. Dextrum alt omen! ruft der Verichterſtatter aus. S. Cherbourg. In einem Orte bei Cherbourg ſtürzte neulich das Dach der Kirche unter furchtbarem Krachen ein. Der Pfarrer hielt gerade in der— ſelben Kinderlehre, als er durch das Herabfallen der Lampe auf das Wan— ken des Gebäudes aufmerkſam gemacht wurde, und mit den Kindern eiligſt die Kirche verließ. Kaum waren ſie aus der Thür, als das Dach einfiel. C.
Gelstran g.
Da mehrere Wiener Zeitſchriften the Befremden über meine plözliche Abreiſe von Wien an den Tag legen, ja ſogar eine der- ſelben ſich nicht entblödet, die Wahrheit auf eine für mich nachtheilige Art zu entſtellen, ſo ſehe ich mich dringend veranlaßt, die ur⸗ ſache meiner Rükkehr nach Peſth öffentlich bekannt zu geben. Meine Reiſe nach Wien hatte keinen andern Zwek, als einen Cyklus von Gaſtdarſtellungen auf dem k. k. Hofopern⸗ theater nächſt dem Kärnthnerthore, welchen ich am 4. Juli als Donna Anna, in der Oper „Don Juan“ eröffnen ſollte. Da aber der Direktor des genannten Theaters, Herr Du— port, es für gut fand, mich plözlich ganz unerwarteter Weiſe als engagirtes Mitglied zu behandeln, und als ſolches auf dem Thea— terzettel erſcheinen zu laſſen, dieſe Anſprüche aber durch eine hohe Entſcheidung der königl. ungariſchen Hofkanzlei, vom 12. Juni 1834, für unſtatthaft ertlärt wurden,— ſo blieb mir nichts Anderes übrig, als nach Peſth zurükzukehren, wo ich durch die, im Stadt— archive hinterlegte allerhöchſte Final-Entſchei⸗ dung, in den Stand geſezt bin, die Rechts— giltigkeit des zwiſchen mir, und dem Peſther Theater⸗pächter Herrn Fedor Grimm beſte⸗ henden Kontrakt-Verhältniſſes, darzuthun.
Peſth, am 12. Juli 1835. Thereſe Mink
Modenbil d. Nr. 30.
Pariſer Herrenanzüge vom 30. Juni. Neueſte Sommermoden.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


