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gegeben hatte, an ſein Herz, und ſeine Lippen murmelten noch:„Erin g0 bragh!““ Es war ihm nur noch ein Hauch vom Leben übrig, und er benuzte ihn, um die Stelle anzuzeigen, wo er ſein Geheimniß verſtekt habe. Lord Nawdon eilte ſelbſt zu dem armen Korporal, hob ſein ſchweres Haupt auf und
nahm die kalte Hand des jungen Soldaten in ſeine Kriegerhand.
„Ich wollte
lieber eine Schlacht verloren haben,“ ſagte der edle irländiſche Feldherr.
So ſtarb unbekannt in einer Einöde der neuen Welt ein junger, der al— ten Zeiten würdiger Held, dem das duldſame England die Epauletten ei— nes Lieutenants verweigert hatte.
Leitung der Novitäten und Anfichten.
Theater.
Wien(1. Juli). Viele Mit⸗ galleder des k. k. Hoftheaters nächſt der Burg benüzen den Ferien⸗-Monat Ju- li zu Gaſtſpielen. Den Bewohnern Veſth's ſtattet unſer gefeierter Löwe einen Beſuch ab, und kann ſich von dem hochherzigen und kunſtſinnigen Vu⸗ blikum dieſer Stadt nur eine würdige Aufnahme verſprechen. Auch Hr. Gerſtl will auf dem Peſther Theater gaſtiren. — Hr. und Mad. Fichtner gingen nach München, Carl Laroche und Olle. Peche nach Breslau, Delle. Wildauer nach Brünn, Hr. Anſchütz nach Leipzig, Hr. Lukas nach Verlin und Hr. Wothe nach Lemberg auf Gaſtrollen. Madam Schröder iſt dem Vernehmen nach auf drei Jahre im Hoftheater engagirt. Hr. und Mad. Rettich werden eben da auf Gaſtrollen erwartet.— Im Hof— operntheater ſtudirt man Auber's neue Oper:„Die Vallnacht“ ein. Hr. Wild macht volle Häuſer.— Im Joſephſtäd⸗ tertheater gab man am 24. Juni ein neues komiſches Ballet von Joh. Fabbri:„die drei Buklichten“, wel⸗ ches ſehr gefiel. Vorher war„der Vräu— tigam in der Klemme“, Singſpiel von Herzenskron in 1. Akt, eine allerlieb⸗ ſte Piece mit köſtlicher Muſſk bon C.
Kreuzer, worin die Herren Koch, Do— browsky und Rott, dann Delle. Jazeds mit Auszeichnung wirkten. Am 27. zum Vortheile der Mad. Fiſcher-Ach⸗ ten:„Die Capullets und Montagues““ von Bellini. Die Benefiziantin als Julie war hinreißend und genügte in jeder Beziehung den ſtrengſten Forderungen. Weniger entſprach der zweite Gaſt, Mad. Pohl⸗Beiſteiner, als Romeo. Daſ⸗ ſelbe gilt von den Herren Mellinger, Illner und Dobrowsky. Chor und Or— cheſter hielten ſich gut.— Im Leopold⸗ ſtädtertheater erſchien ein neuer Gaſt, der bei dem Publikum Peſths wohl noch in gutem Andenken ſteht(2), Hr. Som⸗ mer, als Stürmer im„Turnier zu Kronſtein“ und als Bertram in Schickhs Parodie:„Robert der Wauwau.“ Er zeigte ſich als routinirter Schauſpieler und für dieſe Bühne als ſehr ver⸗ wendbarer Sänger. Die liebliche Fiſcher-Achten, gaſtirte auch einmal im Theater an der Wien, in der Venefize des Hru. Hopp, wo ſie die große Arie aus Pärs:„Sargines“ mit aller Vir⸗ tuoſität ſang, die ihr zu Gebot ſteht. Rauſchender Beifall lohnte die Künſt— lerin.— Eine Poſſe:„der ſchwarze Frak, oder Schneider und Hofmeiſter“, die an demſelben Abend gegeben ward, iſt wieder ein altes Stük mit neuem Titel. Hr. Scholz geſtel und Hr. Naſ⸗


