Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
438
 
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fel ſchrie ungemein. Hr. Stahl gab zu ſeiner Einnahme ein romantiſches Schauſpiel mit Geſang:Der rothe

Thurm in Wien, oder das Veilchen-

feſt. Der Titel ſagt ſchon ungefähr, in welches Genre dieſe Piece gehört. Es hieße Waſſer in die Donau ſchüt⸗ ten, ſolche Machwerke zu tadeln. Es iſt nun einmal die Tendenz dieſes Thea⸗ ters, Schlechtes zu produziren, ergo fiat! Mad. Fiſcher und die HHrn. Vo ſard, Neſtroy und Scholz mühten ſich vergebens, in dieſem wäſſerigen Stük oben auf zu ſchwimmen, aber es war zu ſeicht. Hr. Kunſt iſt bereits hier. Puglieſi's zweite Akademie war abermals ſehr leer. Bei dem drit ten Wettreiten der beiden Kunſtreiter⸗ geſellſchaften ſtürzte Delle. Moſtbauer. Wie wir vernehmen ſoll ſelbe an den Folgen dieſes Falles bereits geſtorben ſein. Adiaphoros.

Wien(5. Juli). Am 4. d. M. ſollte Mad. Mink, vom Peſther Thea ter, als Donna Anna inDon Juan, im Kärnthnerthortheater auftreten, wie es der Theaterzettel von dieſem und ſchon vom vorhergehenden Tage an zeigte. Allein, da Hr. Duport, Di⸗ rektor dieſes Theaters, ungeziemende Forderungen an Mad. Mink ſtellte, ſo hielt es dieſe geſchäzte Sängerin, nach dem ſie vorher erklärte, daß ſie nur ihre eingegangenen Verpflichtungen in Peſth kenne, für gerathener, die Re ſidenz, ohne daſelbſt Proben ihrer higkeiten abzulegen(ſo ſehr ſie dies auch herzlich gewünſcht hätte) wieder zu verlaſſen, und iſt auch ſogleich nach Peſth zurükgekehrt.(Mad. Mink iſt bereits am 6. Juli in VPeſth angekom⸗ men.) 505

Mailand. Demoiſelle Louiſe Gned, der im verfloſſenen Karnevale zu Bergamo, und leztlich zu Pavia, ſo viel Beifall geworden iſt, hat von

mehreren bedeutenden Bühnen Anträge erhalten. E.

Literatur.

Peſth.Der nüzliche Rath⸗ geber für Kurgäſte im Kaiſerbade(zu Ofen). Von Dr. D. Schwimmer. Peſth, 1855, gedrukt bei Landerer. 16., 77 Seiten. Der geſchäzte Ver⸗ faſſer dieſes ſehr zu empfehlenden Werk⸗ chens iſt, wie er in der Vorrede ſagt, ſeit ſechs Jahren als Vadearzt in dem berühmten Kaiſerbade zu Ofen ange ſtellt und ſeine Bemerkungen verdienen dadurch, als Früchte eigener Ueber zeugung, um ſo größere Beachtung und Würdigung von Seiten der leidenden Menſchheit. Der Pf. ſpricht ſich darin mit vieler Sachkenntniß und in einem leicht faßlichen, angenehmen Style un ter Anderem aus: über die Wirkung des Vades gegen beſondere Krank hei⸗ ten; über den zwekmäßigen Gebrauch deſſelben und der Trinkquelle; über das Verhalten beim Trinken; über dle Kur und ihre Dauer; über Diät und Lebensweiſe, vor, während und nach derſelben; über einige merkwürdigere von dem Pf. ſelbſt geheilte Krank⸗ heits fälle de. 3e. Am Schluſſe finden wir noch eine Veſchreibung des Kalſer⸗ bades und ſeiner Umgebung, dann ei⸗ nige hiſtoriſche Notizen und endlich eine Analyſe der Heilquellen. Druk und Papier ſind ſehr nett.(Zu haben an der Kaſſe des Kaiſerbades.) Il.

Wien. Bei Karl Gerold er⸗ ſchien unlängſt:Aeſthetiſches Lexi⸗ kon. Ein alphabethiſches Handbuch zur Theorie der Philoſophie des Schönen und der ſchönen Künſte. Nebſt Erklä⸗ rung der Kunſtausdrüke aller äſtheti⸗ ſchen Zweige dc. ze. Von Dr. Jeit⸗ teles. Erſter Band A K. Wie

machen die verehrten Leſer auf dieſe