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Staub des Skrupels völlig von ſich abgeſchüttelt, ſtiehlt im Spiele, hinter⸗ geht die Mädchen und Frauen und beſizt ein Repertorium von Spizbübereien, wie ſich mancher großartige Dieb u. ſ. w. kaum rühmen kann. Er iſt der Schre⸗ ken der Kaufleute aller Art, gegen deren Laden er offenen Krieg führt und die immer in Angſt ſchweben, in teufliſche Hinterhalte zu fallen, welche ihnen ihr erbitterter Feind gelegt. Sein Führer uad Liebling iſt Guzman von Al— farache, ſein würdiger Landsmann und das einzige Muſter, dem er gleich zu werden ſtrebt. Die Komik hat die Heldenthaten ides Studenten häufig benuzt und ausgebeutet; er befindets ich ſtets in dem Sainete, einer Art National⸗ Vaudevills ohne Lieder, das allein mit dem Fandango, Bolero und den Stier⸗ gefechten das Recht theilt, das ſpaniſche Volk zu entzüken.
Der Student iſt ziemlich glüklich in ſeinen Liebesintrignen wegen der Theilnahme, welche ſein unternehmender, abenteuerlicher Charakter und ſeine kampfluſtige Neigung bei dem ſchönen Geſchlechte findet, von welcher die carli—⸗ ſtiſche Armee einen Beweis liefert, indem ſie ihre Bataillone auf Koſten der Schulen und Univerſitäten füllt. Er iſt faul bis zum höchſten Grade, verab— ſcheut das Studiren und wird hierin durch die Inſtitutionen eines Landes be— günſtigt, worin ſich alle Schwierigkeiten durch Geld heben laſſen.
Der Student, welcher Vermögen beſizt, arbeitet nicht, weil er durch Geld leicht alle Stufen überſteigen und alle Grade erlangen kann, und der Arme, welcher vielleicht ſtudiren möchte, wird durch die Nothwendigkeit daran gehindert, durch irgend eine Beſchaftigung ſich ſeinen Lebensunterhalt zu er— werben. Daher kommt es, daß Spanien keine andern Advokaten als Perrin Dandins, und keine Aerzte als Sangrados beſizt. Wann wird das unglükliche Volk einſehen lernen, daß von der Sorgfalt, welche auf die Erziehung und Bildung der Jugend gewendet wird, zum größten Theile das Glüt der nach⸗ folgenden Geſchlechter abhängt?
Zwölf Komponiſten Italiens.
Das„Echo“ enthält folgende treffende Charakteriſtik 1 italieniſchen Tonſezer. Noſſini: Schlaf auf Lorbeerkränzen; Paccini: Syrup; Mer ca⸗ dante: Semper idem; Bellini: Kraft und Anmuth; Brüder Ricei: Rauſch⸗ gold; Donizetti: Reiche Silbermine; Vaccali: Talent und Fleiß; Coceia: Melodie und Harmonie; Perſiant: Ausgezeichnetes Gedächtniß; Paveſt: Ver— ſchollen) Coppolla: Ueppig blühender Roſenbuſch: Raimondi: Sandſteppe.
Die chineſiſche Gaſtronomie.
Die Chineſen eſſen Alles. In den Straßen und auf den öffentlichen Pläzens Cantons ſieht man eine ewige Ausſtellung von Lebensmitteln, und zwar häufig Dinge, die bei uns keineswegs in dem Rufe beſondern Wohlge— ſchmaks ſtehen, wie Eulen, Adler, Störche. Nichts macht einem Europäer mehr Spaß, als wenn er einen Chineſen ſieht, der auf der Achſel eine Stange trägt, woran zwei Käſige hängen, in den ſich Hunde und Kazen ſtatt Tau⸗ ben und Hühner befinden. VBeſonders eine Art Zwergwaſſerhund ſcheint ſehr


