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lange mit ſichtlichem Vergnügen, und da ſie ſich ganzlich unbeachtet glaubte, ſtekte ſie endlich, ich möchte ſagen, mit der unſchuldigen Neugier eines Kin⸗ des, ihre kleine Hand in dieſelbe. Wir alle hielten an dieſem Abend Lord S. weder für beſonders hellſehend, noch auch für ſehr gut zu Fuß; er bewies uns, daß er Beides ſei. Den Vorgang augenbliklich beachtend, lief er, mit der Schnelligkeit des Blizes, auf die erſchrokene Schöne zu, indem er lebhaft mit ſeinem eigenthümlichen Dialekte ausrief:Sie haben meine Säbeltaſche viſitirt, dafür muß ich einen Kuß haben, dafür muß ich einen Kuß haben!

Lord S. lud den Oberſten und mich mit großer Gaſtfreiheit ein, und Viele werden, gleich mir, ſich erinnern, wie angenehm und wie gefährlich die Bekanntſchaft mit ſeinem Weinkeller war. In der Beziehung ereignete ſich et was ſehr Komiſches. Einer von den Fremden, wie man uns vorzugsweiſe nannte, hatte bei Lord S. gegeſſen und begab ſich von dort ins Theater. Man öffnet ihm eine Loge, die noch leer iſt, er begibt ſich in den Vorgrund, und voll Erſtaunen die prächtige Einrichtung des Hauſes, die zahlreiche, geſchmükte Verſammlung der ſchönſten Frauen bewundernd, kommt es ihm gleichwohl vor, als ob etwas mehr Zurükgezogenheit und weniger Beleuchtung angemeſſener für ihn ſein würden. Er zieht ſich in den Hintergrund der Loge zurük, in welche bald darauf Sir James.... eintritt. Dieſer bedarf, nach der erſten Begrüßung, keiner weitern Erläuterung und begibt ſich in die ſchräg über liegende Loge des Lord P...., welcher Sir James befragt: wer ſich in der ſo eben von ihm verlaſſenen Loge befinde.

Sir James nennt den Namen.

Sie verließen ihn ſehr ſchnell, bemerkt Lord P.

In Wahrheit, das that ich, aber, fügt er achſelzukend und geheim nißvoll hinzu,he is in great trouble.(Er iſt in großer Verwirrung.)

Lord P. macht große Augen.Wie, ſagt er leiſe und lebhaft wie, iſt er verrükt? a

Das nicht, but he is in great trouble!

Lord P. begriff jezt die Sache und lachte herzlich, aber in der That, nach einem Diner bei Lord S. in great trouble zu kommen, war die leichteſte Sache von der Welt. a

Bei dem erſten Feſte ſah ich Fräulein von L., und ihre Schönheit war ſo ſeltner eigenthümlicher Art, daß ich ſelbſt in dieſem Kreiſe ſagen darf, ich ſah nie ein reizenderes Weſen. So oft auf wahre Schönheit die Rede kommt, iſt ſie noch jezt die Fee meiner Träume., Sie war ſtets ganz weiß gekleidet, was ihr entzükend ließ, obwohl ſie mit jeder Farbe und in jedem Anzuge ein Engel geweſen wäre. Ihre Leidenſchaft für Oberſt C. war unverkennbar, nie ſah ich Neigung ſo offenkundig und doch ſo weiblich, ſo lebhaft und doch ſo rührend an den Tag legen. Ihre Blike folgten ihm unabläſſig und wie ich glaube ihr unbewußt, und wer Fräulein von L. anſah, kannte zogleich die augenblikliche Gemüthsſtimmung des Oberſten, der ſich ſelten ganz in ihrer Nähe aufhielt. Lächelte ſie, ſo konnte man wiſſen, daß er heiter ſei, ihr Ernſt verkündete unfehlbar den ſeinigen. Was mich anlangt, ſo darf ich ver ſichern, daß meine Beſchäftigung bei allen Feſten einzig darin beſtand, dies holde, dies unvergleichlich reizende und bewegliche Geſichtchen zu betrachten, welches ſchwerlich mehr denn 16 oder 17 Sommer erlebt hatte. Nur einmal