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tige Welt; des Fräuleins von L. erwähnte er mit keiner Sylbe. Ueberzeugt, daß er dazu bewegende Gründe habe, beſchloß ich, in dieſer Hinſicht ſo diskret als möglich zu ſein. Leider werden indeſſen gute Vorſäze ſelten gehalten! Als ich ſpäter, und nachdem ich die Vekanntſchaft des Fräuleins von L. gemacht hatte, einmal der Verſuchung nicht widerſtand, ihren Namen, obwohl in ſehr oberflächlicher Beziehung zu ihm, zu neynen, begegnete ich einem ſo ſtolzen Blike ſeiner Augen, daß ich die meinigen unwillkürlich zu Voden ſenkte. Des Oberſten nächſte Sorge war, mich überall bekannt zu machen, zufällig war unſer erſter Beſuch bei Lord S. Ueber dieſen muß ich hier einige Worte ſagen, ſo wenig ich ſonſt die Rükerinnerung an dieſe denkwürdige Zeit in meine Mittheilung verflechten werde. Es würde mich zu weit führen, und, perſönliche Beziehungen abgerechnet, iſt alles hinlänglich bekannt geworden. (Fortſezung folgt.)

Das weibliche Geſchlecht in Amerika.

Der auffallendſte Zug bei den amerikaniſchen Frauen iſt ihre Ueberlegene heit über die Männer.

Vom zarteſten Alter an widmet ſich der Amerikaner den Geſchäften; kaum kann er leſen und ſchreiben, ſo wird er Kaufmann. Der erſte Klang, der zu ſeinen Ohren dringt, iſt der des Geldes; die erſte Stimme, die er ver nimmt, iſt die des Intereſſes. Mit der Geburt ſchon athmet er gewiſſermaßen eine induſtrielle Luſt ein. Die erſten Eindrüke, die er empfängt, überzeugen ihn, daß das Geſchäftsleben das einzige ſei, welches für ihr paßt. 5

Ganz anders geſtaltet ſich das Loos des Mädchens; ihre moraliſche Erzie hung währt bis zu dem Tage, an welchem ſie ſich verheirathet; ſie erwirbt ſich Kenntniſſe in der Geſchichte, in der Literatur. Im Allgemeinen erlernt ſie eine fremde Sprache(meiſt franzöſiſch); ſie verſteht etwas von der Muſik, ihr ganzes Leben iſt intellektuell.

Die ſo unähnlichen jungen Leute beider Geſchlechter vereinigen ſich ber⸗ einſt durch eine Heirath. Der Mann folgt dem Laufe ſeiner Gewohnheiten, und bringt ſeine Zeit entweder auf der Vörſe eder in ſeinem Magazine zu. Die Frau, welche von dem Tage ihrer Vermählung vereinzelt daſteht, ver gleicht das reelle Leben, welches ihr zu Theil ward, mit der Exiſtenz, von der ſie träumte. Da von dieſer neuen Welt, welche ſich ihr öffnet, nichts zu ihrem Herzen ſpricht, ſo nährt ſie ſich von Luftbildern und lieſt Romane; es lächelt ihr wenig Glük, ſie wird fromm und lieſt Predig ten. Hat ſie Kinder, ſo lebt ſie unter dieſen, und pflegt und liebkoſt ſie. Auf ſolche Weiſe fließen ihre Tage dahin. Am Abend kommt ihr Mann nach Hauſe, er iſt ſorgenvoll, unruhig, von Anſtrengungen erſchöpft; er überbringt der Frau die Früchte ſeiner Arbeit, und träumt von den Spekulationen des folgenden Tages. Er ſezt ſich zum Mittagseſſen und gibt kein Wort von ſich; die Frau weiß nichts von den Geſchäften, welche ſeine Seele ausfüllen; ſo kommt es denn, daß ſie ſelbſt in Gegenwart des Mannes noch vereinzelt daſteht. Der Anblik ſeines Weibes, ſeiner Kinder vermag den Amerikaner nicht der poſitiven Welt zu entreißen, und ſo ſelten gibt er derſelben ein Zeichen ſei⸗ ner Liebe, ſeiner Zärtlichkeit, daß man denjenigen Familien einen Spottnamen