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Hier ward unſer Geſpräch unterbrochen, und wir begaben uns zu Ti ſche. Umgeben von den intereſſanteſten und berühmteſten Männern der Zeit, die alle meine Beachtung in Anſpruch nahmen, fiel es mir unwillkürlich ein, daß ich zum erſten Male, als ganz junger Menſch von kaum 17 Jahren, an der Tafel des Generals Blücher zu der Zeit mich befand, als er den Kordon bei Münſter befehligte. Damals nahm ein andrer junger Mann, den man Herr Sekretair nannte, meine volle Aufmerkſamkeit in Anſpruch, theils durch die große Ruhe, womit er eine Flaſche nach der andern leerte, ohne daß dies, weder in ſeinem Ausſehen noch in ſeinem Benehmen, die geringſte Ver änderung hervorgebracht hätte. In einem Augenblike, wo, wie ich betheuern kann, ſein Glas ſehr zufällig außer Thätigkeit war, ward der General dies gewahr und rief ihm vom andern Ende des Tiſches zu:Herr Sekretair, trinken Sie.

Exzellenz, für einen Mann habe ich meine Schuldigkeit gethan.

Herr, Sie ſollen in des Teufels Namen fürs ganze Feldkommiſſariat trinken!

Wenn das iſt, 1 der junge Mann lächelnd und indem er ſein Glas von neuem füllte,ſo habe ich freilich größere Verpflichtung! Und nun trank er mit derſelben Ruhe weiter, und der Erfolg blieb derſelbe, nie ſah ich Aehnliches weder vor- noch nachher. Daß es an der Tafel des Fürſten Blücher ſehr lebhaft zuging und der Wein nicht geſpart ward, wird mir Je der glauben, und mehr denn einmal dachte ich nicht ohne Neid an den Feld kommiſſariats⸗Sekretair zurük. Ein Toaſt folgte dem Andern, und bei dieſer Veranlaſſung hörte ich zuerſt ein unüberlegtes Wort aus Blücher's Munde, der übrigens ſehr viel feiner war, als man dies im Allgemeinen anzunehmen

pflegte, und ſehr wohl wußte, was und wo er es ſagte. Er nahm ſein Glas und ſagte mit einer Hinneigung zu dem Herzoge von C.:Auf das Wohl der Nation, deren Gold unſere verroſteten Schwerter aus der Scheide gebracht hat! Ein flüchtiger Ausdruk von Mißvergnügen glitt über des Herzogs Geſicht, welches indeß ſogleich den wohlwollenden Ausdruk wieder an nahm, und an ſein Glas klopfend, um Aufmerkſamkelt zu erregen, ſagte er lächelnd und mit ſeinem ihm ſehr wohl laſſenden engliſchen Accent:Und noch ein Bischen mehr gethan, noch ein Bischen mehr gethan, in Hiſpanien, in Hiſpanien! Lauter Beifall folgte dieſer Aeußerung und ſo ward der kleine Mißgriff ſchnell vergeſſen. Dieſer Mittag war intereſſant wie Alles, was wir damals erlebten, es gibt keine ſolche Zeit 17 keine ſolche Erinnerun⸗ gen mehr!

Der Oberſt ſchiffte ſich mit den Monarchen ein, ich folgte einen Tag ſpäter, ihn, nach getroffener Verabredung, ſogleich nach meiner Ankunft in London aufſuchend. Ich fand ihn zu Hauſe und allein. Er entfaltete wie der vor mir die ganze Güte und Herzlichkeit ſeines Gemüths; die Vorliebe, welche er mir ſtets bezeigte, und ſein Streben, mich bemerkt zu machen, ver halfen mir in London zu einer ſehr angenehmen Stellung. Unſer Geſpräch fiel zunächſt auf die Zeitereigniſſe, über welche der Oberſt ſich mit alle dem Scharfſinne ausließ, welcher ihm ſo wohl zu Gebote ſteht. Allmälig verſuchte ich es, ihn mit ſeinen Mittheilungen in den Kreis des geſelligen Lebens zu ziehen, er ging in meinen Wunſch ein und ſprach viel über Paris und die dor⸗

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