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Oer Baron verbeugte ſich, nahm ſeinen Plaz wieder ein und hub an:

Kaum bon meiner Verwundung hergeſtellt, begab ich mich nach Bou logne, um dort die Einſchiffung der Monarchen mit anzuſehen und um dann mich unverzüglich ſelber nach England zu begeben. Der Erſte, dem ich auf der Gaſſe begegnete, war Oberſt C., denn ſo will ich ihn bezeichnen, obwohl beide Angaben unrichtig ſind, da ich bei dieſer Gelegenheit ſeinen glorreichen Namen nicht nennen darf, der freilich in ſeinem Vaterlande bekannter iſt als hier bei uns. Er hatte mir ſtets ausgezeichnete Freundſchaft bewieſen, und ich liebte in ihm den liebenswürdigſten Mann, der mir jemals vorgekommen iſt. Ganz verſchiedenen Armeekorps zugetheilt, hatten wir uns während des Feldzuges nur flüchtig geſehen, ſpäter verhinderte meine Verwundung mich, Paris zu erreichen, und ſo war dies ein Wiederſehen nach langer und gefahr voller Zeit. Der Oberſt begrüßte mich ſehr herzlich, ſeine Freude glich der meinigen; er hatte, einen leichten Hieb über den Arm abgerechnet, alle Ge fahr glüklich überſtanden; er ſah blühend aus, aber ſein Blik kam mir mehr nachdenkend als fröhlich vor. Unſere Aufmerkſamkeit richtete ſich zunächſt auf die Ankunft des damaligen Herzogs von C., welcher die Monarchen auf dem prächtigen Victory nach England überführen wollte. Die Perſönlichkeit des Herzogs war gänzlich von derjenigen der Monarchen verſchieden, es fehlte ihm nicht an einer gewiſſen Würde, aber die Freimuth des Seemanns blikte überall durch. Als der Herzog eine Einladung des Kaiſers von Rußland höchſt un gezwungen mit dem Bemerken ablehnte:er ſei bereits beim Fürſten Blücher geladen, verzog mehr denn ein Mund ſich zu unwillkürlichem Lächeln. Auch ich hatte eine Einladung vom Fürſten erhalten und fand dort viele ältere und neuere Bekannte vetſammelt. Unter dieſen kam Graf N. mir höchſt freundlich entgegen und fragte bald nach der erſten Begrüßung, ob ich nicht fände, daß Oberſt C. beſonders ernſt ausſähe?Und doch, fügte er hinzu,iſt er der glüklichſte Menſch unter der Sonne. Schade, daß Sie nicht in Paris waren! Auf Ehre, über Paris geht nichts! 1

Wer weiß, wenn Sie London erſt geſehen haben, entgegnete ich.

Nicht doch, ich betheure es Ihnen, Paris iſt die erſte Stadt der Welt, auf Ehre, das iſt ſie! Und der Oberſt er hat dort die Eroberung des rei zendſten Engels gemacht, den meine Augen jemals ſahen. Die Mutter war eine Spanierin und war an einen Franzoſen, den Marquis L., verheirathet, ſie iſt ſehr reich, ſehr vornehm, und alle Schönheiten ihrer Nation haben ſich auf die Tochter vererbt. Man ſagt, ſie habe ſich jezt nach London begeben, um während der Anweſenheit der Monarchen dort zu bleiben. Der Oberſt iſt allzuglüklich, denn ich bin überzeugt, Fräulein von L. denkt wenig an alle Kaiſer und Könige der Erde und will nur ihn ſehen. Sollten Sie die reizen⸗ de Ines jemals erbliken, ſo ſage ich es Ihnen im voraus, Sie werden ſich wie ein Thor in ſie verlieben. Wenn ſie mich einmal, einmal nur ſo anſähe, wie ſie den Oberſten beſtändig anblikt, ich glaube, ich könnte den Verſtand darüber verlieren! Er dagegen iſt kalt wie Eis.

Sie vergrſſen, daß der Oberſt gebunden iſt.!

Pah, was will das ſagen was iſt die Zuneigung einer Sterblichen gegen die Liebe eines Engels!