407
die Herausgabe einer„Bibliothek deut⸗ ſcher Klaſſiker“ bezweken, welche mit den Werken von Goethe und Jean Paul beginnen ſoll.(Die Diedrichs ſcheinen mit den Pariſer Nachdrukern in Ver— bindung zu ſtehen.) Es wird gegen ihr Unternehmen von Seiten des gedachten Miniſterii gewarnt. V. München. Wie man in Mün⸗ chen Häuſer, die ganz gut gebaut, aber dennoch werthlos ſind, verkauft, er— zählt in dieſen Tagen ein Reiſender daher, dem man um ſo mehr Wahr—
heit zutraut, als es längſt bekannt.
iſt, daß dort die Häuſer größtentheils in ihrem wirklichen Werth ſehr geſun— ken ſind, und dadurch manche Geldnoth entſteht. Ein Hauseigenthümer fand einen Liebhaber zu ſeinem, in der— Straße liegenden neuen Haus, das aber nicht vermiethet und alſo auch
nicht bewohnt war; plözlich ließ er
daſſelbe mit allen Arten Meubles ver⸗ ſehen und gab Leuten Geld, um das Gebäude den Tag über zu bewohnen; nun führte er den Liebhaber ein, und da dieſer ſah, daß das Haus von unten bis oben, nach den vorgeſundenen Meu— bles zu urtheilen, ſogar von honnet— ten Leuten beſezt ſei, ſo zeigte er ſich zu einem ordentlichen Ankauf bereit, und ſchloß dieſen, da er das neue Haus im Verhältniß der ſchon berechneten Miethe billig ſand, auch ſofort ab. Kaum war aber dieſes gerichtlich ge— ſchehen, ſo wanderten jene falſchen Be— wohner wieder aus und die ſchönen Meubles wurden wieder weggeſchafft. Der neue Käufer fand nachher ein zwar gutes Haus, aber keine Miethsleute, und ſah ſich auf dieſe Art ſchreklich in ſeiner Spekulation getäuſcht..
Weimar. Unter den ausge⸗ zeichnetern Fremden, welche in dieſen Tagen hier verweilt haben, befand ſich auch der Enkel des bekannten Forſter,
ne Reiſe durch Deutſchland macht, um die aſtronomiſchen und phyſikaliſchen Anſtalten unſers Vaterlandes kennen zu lernen. Als Erbe des berühmten Philoſophen Locke hat er in London ungedrukte Original-Vriefe von Locke, Lord Shaftesbury und A. Sidney im Druk erſcheinen laſſen und ſie mit ei⸗ ner Vorrede begleitet.-Er gedenkt jezt, einen metaphyſiſchen Verſuch über die unſichtbare Welt, die Beſchreibung ſei⸗ ner Reiſen in Europa in phyſikaliſcher Hinſicht und über die Wolken Beobach— tungen herauszugeben, die er auf einer Luftreiſe angeſtellt hat. V. Verlin. Die neueſte Voß'ſche Zeit. bringt folgendes:„Heiraths-Ge—⸗ ſuch. Die Ehen werden nur im Him⸗ mel geſchloſſen, wie man zu ſagen pflegt, die Erde aber ſollen die Frauen uns zum Himmel machen!— deshalb wünſcht ein königl. Beamter, der ne⸗ ben einem jährlichen Gehalte von 1500 Thalern noch 20,000 Thlr. baares Ver- mögen beſizt, ſich in ſeinen beſten Jah⸗ ren und blühender Geſundheit befindet, durch das Beiſpiel eines Freundes er⸗ muthigt, welcher gleichfalls auf dieſem Wege das höchſte Lebensglük erreicht, eine Lebensgefährtin, die ſich durch ei— nen untadelhaften] Wandel und ein gu⸗ tes Herz auszeichnet. Schönheit und Vermögen ſind nur Nebenſachen, jedoch wäre es wünſchenswerth, wenn dieſelbe nicht ganz unbemittelt iſt, da, weil er ſelbſt Vermögen beſizt, er ſodann feſt überzeugt wäre, daß dieſe Verbindung nur aus gegenſeitiger Zuneigung und nicht per Intereſſe geſchloſſen würde.— Sollte nun vielleicht eine Dame es werth halten, auf dies Geſuch eines Biedermannes zu reflektiren, ſo kann dieſelbe ſich im Voraus der ſtrengſten Diskretion verſichert halten, und wird gebeten, die Gelegenheit zu einer per— ſönlichen Annäherung dem Intelligenz—
der engliſche Gelehrte Forſter; der ei-] Komtoir unter B. 59. anzuzeigen.“


