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Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen (Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ lung zu Peſth und bei allen f. k. Poſtämtern.
Halblähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtiu⸗ ſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.
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Die Pariſer Kaufladen.
(Beſchluß.)
Die Schuh- und Hutmacher haben eine ſeltſame Manier, die Augen an— zuziehen und ihr Gewerbe anzudeuten. Sie laſſen nämlich die ganze Außen— ſeite ihrer Werkſtätten mit Schuhen, Stiefeln, Hüten und Kappen bemalen, welche paarweiſe und zu Duzenden neben und über einander gereiht ſind. Die Jenſterladen der Strumpfhändler ſind mit koloſſalen weißen Strümpfen und Unterhoſen bemalt, die einem Furchtſamen bei Nachtzeit Grauen und Angſt erregen können. Die Handſchuhmacher haben über ihrer Thüre zwei große, hölzerne, in der Regel roth angeſtrichene Handſchuhe ausgehängt, und vor den Fenſtern der Optiker iſt ein Tubus von Mannslänge befeſtigt, welcher jedem Herkules füglich als Keule dienen kann.
Die Eßwaarenhändler ſind beſonders erfinderiſch, die Pforten unſerer Sinnlichkeit aufzuſchließen. In buntem Gemiſch laſſen ſie Trüffeln, Schild— kröten, die herrlichſten Südfrüchte und die feinſten Weine in unſere Sinne einziehen. Ein angenehmer Duft aus den Garküchen, welche immer mit ſolchen Laden verbunden ſind, kündigt uns ſchon von Weitem das Daſein derſel ben an, und wenn man ſie in der Nähe betrachtet, liegt dort Alles, was die Erde und das Meer an ſchmakhaften und lekern Schäzen aufzuweiſen hat, vor den Bli— ken ausgebreitet, Alles, was nur den Gaumen eines Wohlſchmekers kizeln, was nur die Laune eines Eſſers wünſchen und vergnügen mag, umgaukelt die Sinne. Bemerkenswerth iſt, daß vor dem Jahr 1830 der Laden des Herrn Cheret im Palais-royal der einzige dieſer Art in Paris war; gegenwärtig findet man faſt in allen Paſſagen Marchands de comestibles, deren Boutiquen mit einem gleichen Ueberfluß der feinſten, ſeltenſten und koſtbarſten Lekerbiſ— ſen verſehen ſind.


