Jahrgang 
Band 1 (1835)
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der Schäze in Anregung geweſen, aber Schwierigkeiten, welche darüber ſich mit der niederländiſchen Regierung er hoben, verzögerten die Sache. Jezt, wo dieſe beſeitigt zu ſein ſcheinen, ſollen die Arbeiten begonnen werden, obgleich die holländiſchen Forderungen jezt mehr als früher begründet ſein mögen, indem ſich das Wrak jener Küſte noch mehr genähert hat. M.

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Veſther Lokalzeitung.

Neues Hötel. Daß unſerer gu te Stadt pPeſih ſeit mehr als einem halben Jahr⸗ hundert in ſtetem Aufſchwunge iſt, daß ſie unaufhörlich in Zunahme begriffen und in ihrem Wachsthum nicht veraltet, ſondern ſich immer mehr verjüngt, verſchönert, vervoll kommnet, iſt nicht nur bei uns eine bekannte Sache, ſondern der Ruf dieſer glüklichen Entfaltung unſerer Stadt hat ſich ſchon längſt durch ganz Europa verbreitet, und ſeitdem die Kommunikation mit dem Auslande durch Einführung der Eilwagen und beſonders durch die Dampfſchifffahrt ungemein erleichtert wird, ſtrömen mehr als je Fremde jeden und des höchſten Standes aus allen Theilen Europas herbei, um die erſte Stadt ungarns, von der ſie ſo viel Angenehmes hörten und laſen, kennen zu lernen. Wir zweifeln nicht, daß ſie meiſtens alle ihre Erwartungen entſpro chen finden. Aber das erſte Haus, das ein Reiſender in einer fremden Stadt betritt, iſt doch gewöhnlich ein Gaſthof, und hier ſoll billigerweiſe gleich dem Ankömmling eine gute Meinung von ſeinem neuen Aufenthaltsort beigebracht werden. Man war auch ſeit ei nigen Jahren bemüht, dieſen ſo nothwendi gen Zweig der Bequemlichkeits-Anſtalten einer Stadt zu erweitern und zu verbeſſern, und wir ſahen theils neue Gaſthöfe entſtehen, theils alte in ſo zwekmäßig neu hergerichtetem Zuſtande, daß ſie keiner großen Stadt des Auslandes zur Unehre gereichen würden. Ohne andern Unternehmungen dieſer Art zu nahe zu treten, erwähnen wir jezt des erſt ganz kürzlich eröffneten Hötelszum Palatin in der Walznergaſſe, das in Hinſicht ſeiner Lage, ſeiner innern Einrichtung und ſeiner

Geräumigkeit nichts zu wünſchen übrig läßt. Dieſes Hotel, das wabrhaft dieſen Namen verdient, liegt mitten in der Stadt, in der belebteſten Straße derſelben, umgeben von den zierlichſten, reich geſchmükteſten und ele⸗ ganteſten Kaufläden, unweit des Rathhau⸗ ſes, des Theaters, der Brüke, der Boͤrſe, des Marktplazes, kurz im Mittelpunkte des regſten Lebens. Das Innere iſt eben ſo großartig, als geſchmatvoll, reich und be⸗ quem. 45 Paſſagirzimmer ſtehen für Fremde bereit und davon ſind mehrere im erſten Stoke mit wahrhaft luxuriöſem, ja beinahe fürſt⸗ lichem Aufwande moͤblirt, was ſchon die ver ſchwenderiſche hohe Bauart dieſes Hauſes zu⸗ läßt, und dennoch iſt die Miethe ſo billig als moglich feſtgeſezt. Die aufs Eleganteſte nach neueſtem Geſchmake eingerichteten Speiſezim. mer, das geräumige herrlich dekorirte ſoge⸗ nannte Elyſium im Erdgeſchoſſe, die anziehende, lieblich duftende Gartenterraſſe im erſten Stoke ſind ſo cinladend zum Genuſſe, daß man für- wahr nicht Epikuräer zu ſein braucht, um hier nicht widerſtehen zu konnen. Speiſe und Trank werden auch in dieſen ſo angenehmen Lokalitäten in jeder Hinſicht zur Zufriedenheit der Gäſte, die ſich täglich in größerer Anzahl einfinden, gereicht, und gewiß dürfte ſich Nlemand über unbilligkeit, weder in Betracht des Preiſes noch der Bedienung, zu beklagen haben. Der Hoffraum, einer der größten in der innern Stadt, iſt ſehr freundlich und bequem, die Stallungen zu ebener Erde ſind luftig und gefund und für alle andern Annehmlichkeiten iſt beſtens geſorgt. Der Unternehmer dieſes Hötels, Herr Carl E m · merling iſt ein junger, thätiger Mann, der Alles daran ſezt, um ſeinen Gäſten aufs Zuvorkommendſte und Höflichſte zu begegnen, und deſſen Ehrgeiz darin beſteht, daß Fremde ſich auch in der Ferne mit Wohlwollen ſeines Gaſtho fes, der gewiß jeder großen Stadt zur Zierde gereichen wurde, erinnern mogen. Am Schluſſe bemerken wir noch, daß das ſo gelungene Aushängeſchild, eines der beſten Portraite einer allgeliebten hoben Perſon, von unſerm geſchitten Maler, Herrn Wia r⸗ ſchag iſt. 25

Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Nr. 12.

Herausgeber und Verleger Franz Bie ſen.