Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
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Nacht über bei ihm bleiben. Am näch⸗ ſten Morgen erfuhr man im Gefäng niſſe, daß Heelan in der vorausgehen den Nacht gerade in dem Augenblike verſchieden war, wo ſich der ſonderbare Vorfall im Gefängniſſe zutrug. D. . Mancheſter. Als vor einiger Zeit her eine Frau öffentlich zum Ver kaufe ausgeſtellt wurde, ſuchte der Mann Alles hervor, um ſie gut anzu bringen. Er ſchrie:Wer kauft eine Frau? eine hübſche, eine ſchöne Frau? Sage auch, eine gute Frau, flüſterte ſie ihm zu.Nein, ant⸗ wortete er,betriegen will ich Nie mand! a

München. Ein Münchener Stu zer kam ganz entzükt aus dem Theater nach Hauſe.Was haben ſie denn gege ben? fragte ſeine Hausfrau.Sechs- unddreißig Kreuzer, antwortete er.

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Paris. In der Gemeinde Grié ges hat ſich folgender allerdings bedau ernswerthe Vorfall zugetragen, zumal da ſeine Veranlaſſung gar zu gering fügig iſt. Ein Hühnchen fällt in einen Brunnen. Ein gewiſſer Duby will es herausholen. Er läßt ſich mittelſt des Seiles herab an dem der Eimer hängt, da dieſer jedoch nicht lang genug von der Winde abgewikelt iſt, ruft er ſei⸗ ner Tochter zu, die Winde weiter her abzulaſſen. Allein das ungewöhnliche Gewicht macht, daß ſie umrollt, und

Duby ſtürzt ins Waſſer. Auf das Ge ſchrei des Mädchens kommt ein Nach bar, Vernard hinzu, der um den Ver unglükten zu retten hinabſteigt, und ihn auch wirklich, wie es ſcheint ſchon entſeelt auffindet. Allein da er mit dem Leichnam eben die Mündung wieder er reicht hat, verlaſſen ihn die Kräfte und er ſtürzt mit demſelben in die Tie⸗ fe hinab. Nach einer halben Stunde zog man bei de todt aus dem Waſſer. Duby hat eine Frau und drei Kin der, Bernard zwei; alſo zwei Witt wen und fünf Waiſen um eines Huh⸗ nes Willen, das nicht einen halben Fran ken werth war!! B.

Berlin. Einem Bewohner von G., welcher vermuthlich ſtrenge Haus polizei hielt, lief ſein theures Ehe weib davon. Was thut nun der treue Gatte? Er läßt am 25. Mai ausſchel⸗ len, daß ihm ſeine Frau verloren ge gangen ſei, und daß der redliche Fin der eine gute Belohnung von ihm er halte, wenn er dieſelbe behalte. T.

Paris. Am 24. Mai fand in der Ebene von Grenelle bei Paris zwi⸗ ſchen zwei Fechtmeiſtern ein Duell Statt, wobei der Eine erſtochen wur de. Auch in Bayonne haben ſich zwei. Journaliſten geſchlagen; Einer von ih nen erhielt einen Schuß in den rech⸗ ten Arm, ſchoß dann mit dem linken, verfehlte aber ſeinen Gegner. B.

Bilder⸗ Gallerie. Nr. 6. Sir Francis Burdett.

Sir Fr. Vurdett, geboren am 25. Jan. 1770, ſtammt aus einer ſehr alten Familie, die ſeit Wilhelm dem Eroberer in der Grafſchaft Derby anſäßig war, und ſchon ſeit langer Zeit die Varonetwürde beſizt.

B. wurde 1796 für den Fleken Voroughbridge zum Parlamentsmitglied gewählt, und trat mit jugendlichem Feuer in die Reihe der Oppoſition der ultra⸗Whigs. Er kündigte früh als die Aufgabe ſeines politiſchen Lebens an, die Gründung einer wahren Volksrepräſentation, mithin eine Parlamentsre ſorm. Bereite im J. 1799 fand er eine erwünſchte Gelegenheit, ſich in der