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chen Geburts- und Mortalitätsverhält⸗ niſſen ausgegangen, haben die ganze Zeit her bis zum J. 1854 41 Tauſend Millionen Menſchen gelebt. Rechnet man auf jeden Menſchen einen Qua⸗ dratfuß, ſo würde, wenn im Jahre 1854 die Auferſtehung erfolgt wäre, ein mit einem Radius von 7 engl. Mei⸗ len beſchriebener Kreis erforderlich ge⸗ weſen ſein, um alle die Menſchen zu faſſen, welche ſeit Erſchaſſung der Welt lebten. P. Mainz. Hier eine ziemlich poſ⸗ ſierliche Geſchichte, die ſich an einem Orte, nahe bei Frankreich, zugetragen hat. In einer kleiner Stadt Belgiens hielt man eine Mumie, die ein Rei⸗ ſender aus Aegypten mitgebracht hatte, für ein Schlachtopfer, welches Mörder erwürgt und in einem Ofen gebaken hätten. Weder die Kiſte, noch die Hie⸗ roglyphen, noch die ägyptiſchen Binden öffneten der Behörde die Augen. Ein Chirurgus nahm die Oeffnung vor, und ſtellte die Mumie öſſentlich aus; man ging ſo gar ſo weit, ſie für den Leichnam eines Bergmannes aus der Gegend zu erkennen. T. Dieppe. Hier iſt kürzlich eine Frau mit 4 Kindern, 2 Knaben und 2 Mädchen, niedergekommen. Sie be- finden ſich ſämmtlich wohl. S. München. Vergangenen Mitt⸗ woch kam zu einer alten kranken Kö⸗ chin eine Weibsperſon mit der Anfrage: ob ſie keine Wärterin brauche. Wäh⸗ rend des Zwiegeſpräches bemerkte ſie unter dem Spiegel eine goldene Uhr. Sie beſah ſich in dem Spiegel und äu⸗ ßerte, er zeige ſchlecht, und wenn man binein ſehe, ſei man ganz gelb. Die Uhr aber kam ihr nicht gelb vor, denn ſie hatte dieſelbe im Augenblike in der Taſche und entfernte ſich. Die Diebin iſt arretirt. 3. Lauſanne. Der Mechaniker Jean Larpin in Lauſanne hat eine Ma⸗
ſchine zur Vertilgung der Maikäfer und Naupen erfunden, und ſich von dem großen Rath ſeines Kantons eine Kommiſſion erbeten, welche unterſuchen ſoll, ob die Maſchine, wie er behaup⸗ tet, ihre Zweke vollkommen erreicht. D. Paris. Ein Geigenmacher, Na⸗ mens Guillaume, verfertigt Geigen⸗ bogen von Stahl, die viel dauerhafter als die hölzernen und ſo leicht wie dieſe ſein ſollen. B.
Der Modenkurier.
(Paris, 25. Mai. 1835.)
„Nichts Neues unterm Sonnenlicht;
Doch neu heist, was die Mode ſpricht!“
Die Wettrennen zu Chant illy hat pa⸗ ris die ganze vergangene Woche okkupirt. Seit der Krönung Carls X. erinnert man ſich keiner ähnlichen Anzahl von Wagen auf einer franzöſiſchen Straße, und wahrlich, das Zudringen der Neugierigen war zu ent⸗ ſchuldigen Es gibt nichts Merkwürdigeres als die Rennbahn von Chantilly; ſie gibt dem Marsfelde nichts an Größe nach und iſt mit einem herrlichen Raſenteppich umgeben, der ſelbſt jenen von Rew⸗Market übertreffen mag. Auf einer Seite der Bahn befinden ſich die von dem großen Condes erbauten Mar- ſtalle, auf der andern iſt der Park; dann er⸗ blitt man die artige Stadt Chantilly und auf der lezten Seite endlich die eleganten Tribunen.— Es wäre ſchwer, ſich eine Idee von dem hinreißenden Effekt zu machen, den eine Verſammlung hervorbringt, welche Al⸗ les, was Paris an reichen und ſchönen Da⸗ men, ſtrahlend von Friſche und Eleganz, zählt, in ſich vereinigt.— Die ganze vorangegan⸗ gene Woche waren die Ateliers der Pal⸗ myre, der Victorine, der Mad. Lar⸗ cher und wie die andern berühmten Nähe⸗ rinen noch heißen mögen, Tag und Nacht be⸗ schäftigt, um ihre ſchönen Kunden zu befriedi⸗ gen. Wir ſahen daſelbſt eine große Anzahl weißer Mouſſelinkleider mit einem hinaufra⸗ genden(zum Halſe) und gefalteten Leib, der beſtimmt iſt eine geſtikte pelerine aufzu⸗ nehmen. Sine Menge Kleider waren von


