Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
366
 
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abermals in Geſellſchaft. Darüber zürnt der Gemahl, fühlt ſich ſehr unglüklich, will ſich das Ding ändern und ſo wol len die guten Leute in einem fort, der Vorhang fällt und man weiß am Ende doch nicht, was ſie denn eigent⸗ lich gewollt haben. Die Damen Fichtner, Anſchütz und Poller, dann die Herren Koſtenoble, Fichtner und Wilhelmi verſchwendeten ihre ſchönen Talente vergebens. Im Opernthea⸗ ter war(Sonntag) am 31. v. M. die letzte italieniſche Opernvorſtellung angekündigt. Man gab ein Szenen⸗ Ragout ausAnna Bolena,I'Eli- sir d' Amore und aus Ricci'sAven- tura di Scaramuccia, zum Beſten des geſammten Chorperſonals. Die le z⸗ te Vorſtellung?Spiegelberg ich kenne dir! das ſind alte, verbrauchte Finten! nach ſo einer lez⸗ ten Vorſtellung geht's gewöhnlich erſt recht von vorne an. Und ſiehe da! am 2. iſt mit fauſtgroßen LetternI'Elisir d' Amore angekündigt, und am zten ſingt Hr. Poggi in einer Akademie, die vor dem Ballet gegeben wird, u. ſ. f., dann kommt wieder eine lezte, und dann eine allerlezte Vorſtellung, und endlich abermal eine ſehr aller⸗ lezte. Wir werden's erleben! Montags, am 1. Juni begann Mad. Fiſcher⸗Achten ihren Gaſtollen-Cyklus im Joſephſtädter Theater, als Alice, mit ungetheiltem und wohlverdientem Beifall. Hr. Fiſcher, als Bertram, wußte ſich jedoch keinen Antheil zu er⸗ werben. Mad. Krauß-Wranitzky, wel⸗ che auch einige Tage vorher zum le z⸗ ten Male geſungen, erſchien als Prin⸗ zeſſin und entzükte, wie immer. Dem Vernehmen nach, iſt ſie geſonnen, die kunſtſinnigen Bewohner Peſths mit Gaſt⸗ rollen zu erfreuen, und wir ſind im Vorhinein überzeugt, daß unſer ſtets günſtig ausgeſprochenes Urtheil über dieſe Künſtlerin, dem in allen Kunſt

gegenſtaͤnden kompetenten Publikum der ſchönen Magyaren-Stadt nicht als übertrieben erſcheinen wird. Auf der⸗ ſelben Bühne ſahen wir 2 Tage frü⸗ (am 50. Mai) ein neues Ballet von Fa⸗ bri:Der glükliche Schiffbruch. Sel⸗ bes wurde ſehr beifällig aufgenommen. Vorher gab man eine muſikaliſche Aka⸗ demie, wo Hr. Mellinger mitwirkte und, Wunder über Wunder! nicht gefiel. Tags darauf gaſtirte ein Herr Dorach in Angely's einaktigem und einſeitigem:Liſt und Phlegma. Die Aufnahme war, der Leiſtung angemeſ⸗ ſen, kühl! Im Theater in der Leo⸗ poldſtadt gaſtirte am 25. Delle. Hoch in:das war ich mit ziemlichem Er⸗ folg. Die Damen Scutta u. Schmidt, und Hr. Brabbie waren ausgezeichnet. An demſelben Abend wurdedie be⸗ zähmte Widerſpenſti ge gegeben. Delle. Hoch, als Franziska, war total ſchlecht; beſonders mußte ſie im Vergleiche mit Mad. Scutta, die dieſe Rolle mit be⸗ ſonderer Meiſterſchaft früher gegeben, gänzlich verlieren. Sutor ne ultra ere- pidam! Zwei neue Zauberpoſſen von J. C. Gulden und von D. F. Reiber⸗ ſtorffer werden das Repertoir dieſer Bühne für den Sommer bereichern. Für die Abgebrannten in Ot takrin wird eine Blumenausſtellung veranſtal⸗ tet, die ſich eines großen Zuſpruchs

zu erfreuen hatte. A diaphoros.

Aliszellen.

London. Ueber den Raum, den die menſchliche Bevölkerung auf unſe⸗ rer Erde einnimmt, iſt im Mech. Mag, Nro. 582 eine Berechnung enthalten, an deren Schluß der Verſaſſer zu fol⸗ gendem Reſultate gelangte. Die Dauer der Welt nach dem hebrälſchen Texte angenommen, und von den gewöhnli⸗