Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
364
 
Einzelbild herunterladen

361

Zuſchauer, welche etwas von der Intrigue errathen hatten, wunderten ſich über das langſame Fortſchreiten derſelben. Aber Frau von Nangis dachte nur daran, ihr Gelingen zu ſichern den Genuß debe all nöglich ſic zu ereilen.

a Nach Verlauf dieſer drei Monate veränderten zwei Ereigniſſe das Innere der Frau von Nangis ein wenig. Ihre alte Mutter ſtarb an einem Katarrb, den man hartnäkig für einen leichten Rheumatismus nahm, und der 8 N des Herrn von Tercy kam an.

Der Marquis von Terey ſchien der Eleganz ſeines Weſens und vieleicht der Leere ſeines Herzens nach ein altes Portrait von Moritz zu ſein, und man erkannte in ſeinem Charakter dieſelben Züge, nur daß ſie durch die Jahre greller hervorſtechend gemacht wurden. Auch er hatte ſich das Herz durch die Reibung der Welt abnuzen laſſen.

Emmeline ſah von Allem dem nichts. Was kümmerte de der Charakter des Oheims Moritzens? Die Hauptſache war die Ankunft deſſelben. Von die⸗ ſem Augenblike an klärte ſich Alles für ſie auf. Die Verzögerung ihrer Ver⸗ heirathung daran war ſeine Abweſenheit Schuld geweſen. Das Schweigen Moritzens, das wor eine ſchikliche Zurükhaltung gegen ein ſo junges Mädchen. Verbrachten nicht jezt alle Morgen der Marquis von Terey, ihre Großmutter und deren Notar in geheimen Zuſammenkünften? Und benahm ſich der Oheim Moritzens gegen ſie nicht wie ein zukünftiger freundlicher Oheim?

(Beſchluß folgt.)

Wirkung der Trunkenheit.

In einem engliſchen Berichte über das Armenweſen lieſet man:Unter mehreren Perſonen kam mir auch ein gewiſſer William J. aus einer angeſe⸗ benen Familie vor. Er war ein ſehr gelehrter Mann, hielt ſich ein Tagebuch abwechſelnd in einer der ſieben Sprachen, die er verſtand, und hatte darin ſeine Ausſchwelfungen im Trunke und deren Folgen ſelbſt angeführt. Er kam in ein Arbeitshaus. Nachdem er eine Zeit lang keine geiſtigen Getränke er⸗ bal ten hatte, kam er zu mir und bat um die Erlaubniß, ausgehen zu dür fen. weil er nicht länger mehr ohne Branntwein ſein könne. Ich ſagte ihm, daß ich ihn nicht wieder aufnehmen werde, wenn er betrunken zurükkomme, und gab ihm eine Stunde Bedenkzeit. Als dieſe vorüber war, kam er wieder und ſagte, er müſſe gehen, er könne nicht länger dem Verlangen widerſtehen. Ich ließ ihn gehen, und am nächſten Tage brachte ibn ein Mann in völliger Betrunkenheit und balb nakt zurükzefahren, da er ſeine Kleidungsſtäke ver⸗ kauft hatte, um ſeiner Trinkſucht fröhnen zu können. Ich blieb feſt bei mei⸗ ner Drohung, er wurde in eine Strafanſtalt gebracht, und ich habe nichts wieder von ihm gehört.

7

Geri: ei e.

Die ſtärkſten Trinker ſcheinen die Mauren zu ſein, was durch die ſol genden Beiſpiele bewieſen wird. To trank der Kalk von Scherbeb eines Abends