Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
361
 
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Mittwoch, 10. Juni.

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Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen

Patbläbriger Preis 4 fl. mit freier Poſtiu⸗ 5 2(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ 5 9

tendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten

Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. lung zu Peſih und bei allen 7. k. Poſtämteru.

Eine Großmutter unſerer Zeit. (Fortſezung.)

II.

Als Moritz von Terey zum erſtenmale zur Frau von Nangis kam, war Geſellſchaft und zwar die modiſchſte Geſellſchaft bei ihr, in der ſich ein neu aus der Provinz Angekommener aus nimmt, wie ein Gimpel unter den glän⸗ zenden Vögeln des Wendekreiſes. 5

Daß er gehakt werden würde, war vorauszuſehen.

Als man ihn ankündigte, erregte ſein unbekannter, wenigſtens vergeſſe⸗ ner Name ein dumpfes, halb neugieriges, halb feindſeliges Gemurmel, und alle Augen wendeten ſich nach dem Eingedrungenen mit einer Spottgier, welche jeden Andern ſogleich wieder auf die Schnellpoſt getrieben haben würde, nur Moritz von Tercy nicht.

Aber im nächſten Augenblike änderte ſich der Ausdruk in allen Augen, denn mit dem Manne, der eintrat, konnte man ſich unmöglich den Spaß ma⸗ chen, den man gebofft hatte. Es war nicht die mindeſte Spur von der Pro⸗ vinz, vom Lande an ihm.

Wie konnte der bei den Antipoden erzogene junge Mann Paris ſo erra⸗ then haben? Woher hatte er jenen Inſtinkt von guten Manieren? Wie konnte er zu gleicher Zeit die übertriebene Höflichkeit und das vertrauliche Sichge benlaſſen vermeiden, die Charybdis und Scylla der Leute aus der Provinz? Wie hatte er, ohne zu verderben, unter den kleinſtädtiſchen Liebſchaſten und der Schnepfenjagd leben können? g* f

Am verlegenſten war Frau von Nangis ſelbſt. Ach es war ein lo großer Unterſchied zwiſchen dieſem Moritz und jenem, den ſie in Gedanken zum Manne