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ſchon viel gewirkt hat, trug darauf die verſchiedenen Denunziationen vor, welche im Laufe des Jahres gegen zwei Mitglieder des Vereins wegen Nach⸗ druks und Handels mit demſelben ein⸗ gegangen waren. Die Beweiſe waren ſo klar, und der Gegenſtand ſo bedeu— tend, daß die Handlungsweiſe der An⸗ geklagten allgemeinen Unwillen erregte, und die Verſammlung einſtimmig die Beſtrafung derſelben nach der Börſen— ordnung verlangte. Es iſt demnach eine Kommiſſion von neun Buchhändlern ernannt, welche die Sache nach den vor— liegenden Akten noch einmal prüfen, und, was nicht mehr zu bezweifeln iſt, das Urtheil: Verbannung aus dem Bör— ſen⸗Verein über die Vegehenden öffent— lich ausſprechen ſollen. Die Verhand— lungen der General-Verſammlung wur— den mit ſeltener Ruhe und Ordnung beendet, worin ſich deutlich die Zufrie— denheit mit dem zeitigen Vorſtande aus— ſprach, der durch ſeinen Eifer für die gute Sache, ſo wie durch ſeinen klaren Vortrag Aller Herzen zu gewinnen wußte. V. Z.
Miszellen.
Paris. Geſtern Abend war in der homöopatiſch-mediziniſchen Geſell— ſchaft, die ſich zur gewöhnlichen Sizung verſammelt hatte, großer Jubel! Denn der berühmte Schüler Hahnemanns, Doktor Stapf aus Hamburg, iſt vom Könige von England eingeladen wor— den, ſich dahin zu begeben, um die Heilung der Königin zu vollenden, welche vor einigen Monaten durch Kor⸗ reſpondenz begonnen hat.(Siehe„Lon— don“) B.
Paris. Einen einfachen Bür⸗ ger beſtehlen iſt ſchon arg, aber ſogar
den Polizel⸗Präfekten ſelbſt berauben, iſt wahrhaftig zu ſtark. Vor zwei Ta⸗ gen nämlich waren das Kabinet und die Zimmer dieſer Magiſtratsperſon vom Regen überſchwemmt; man beeilt ſich, die Urſache davon zu erfahren, man ſuchte von unten nach oben, und wird endlich gewahr, das die bleierne Bede— kung des Hauſes ganz abgenommen iſt z bis jezt iſt es indeſſen noch nicht mög⸗ lich geweſen, die Diebe zu 2
Paris. Ein kleiner Knabe von eilf Jahren hat in dieſen Tagen vor den Aſſiſen von Saint-⸗Omer erſcheinen müſſen, weil er einer Brandanlegung beſchuldigt war. Angetrieben durch ein Gefühl des Zorns, welches durch einige
Vorwürfe über kleine Vergehen erregt worden war, ſchwur er, ſich zu rächen, und hielt in der That Wort. Am 25. Februar zerriß er ſeine Beinkleider, zündete ſie an und ſtekte ſie in ein Paar Bunde Stroh, die vor einem Bauerhauſe lagen. Ohne einen glük⸗ lichen Zufall, der ein junges Mädchen an dem Ort des Verbrechens vorüber⸗ führte, hätte die Feuersbrunſt wahr⸗ ſcheinlich einen Theil des Dorfes ver⸗ zehrt. Der junge Miſſethäter iſt ver— urtheilt worden, bis zu ſeinem 2tſten Jahre in einem Beſſerungshauſe zu
bleiben. B.
London. Der Courier vom 19. Mai beſtätigt die Nachricht des Messa- ger, daß J. Maj. die Königin ſich von dem homobopatiſchen Arzte Dr. Stapf aus Hamburg ärztlich behandeln laſſe, und prophezeriht, daß die Homöopathie jezt eben ſo„fashionable“ in Eng⸗ land werden dürfte, wie ſie es auf dem Kontinente iſt. M.
Peſty. Hr. Oury befindet ſich wieder hier und gibt heute Nachmit— tags ein Konzert im Redoutenſaale, wobei auch die eben von ihrer Kunſt⸗ reiſe zurükgekehrte Dem. Scheb e ſt mitwirken wird.
Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Nr. 11.
Herausgeber und Verleger ran Wieſen.


