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werk eigentlich bezwekte. War es eine Myſtifizirung des Publikums, daß man ein ſolches non so chè auf die Bühne brachte, oder fehlte der Direktion bei dem Durchleſen deſſelben alle Beur theilungskraft? Der Verfaſſer dieſes faden Undinges iſt Hr. Schön, und ich finde es nicht einmal hübſch von Ihm, daß er ein ſolches Monstrum in gens zur Welt brachte. In Spiri⸗ tus verwahrt könnte es immerhin die Zierde eines Präparatenkabinets wer den, und dann würde es auch geiſt reich werden. Adiaphoros.

(Von einem andern Referenten).

Am 21. d. gab im Theater an der Wien Herr Scholz zu ſeiner Einnah⸗ me:Der melancholiſche Schuſter, ein Werk, über deſſen Erfolg kein Zweifel obwaltete, denn man ſprach ſich am Schluſſe vernehmlich und durch dringend darüber aus. Hr. Scholz iſt in der Wahl ſeiner BVenefizeſtüke durch weg ſehr unglüklich; wenn ſie ihm frei ſteht, ſo kommt ſeine Urtheils fähigkeit dabei ſehr ins Gedränge. Eine grobe und rükſichtsloſe Verlezung der Achtung gegen das Publikum aber iſt es, ein Stük zu wiederholen, und es ihm aufzudringen, gegen welches es ſein Mißfallen beſtimmt und ſcharf aus⸗ ſprach.. Hr. Kunſt wird gegen den Herbſt hin an dieſer Bühne als Gaſt erwartet. Man ſah es wohl voraus, daß ſich er und der Direktor dieſer Kunſtanſtalt!? wieder die Hand zur Sühne reichen würden. Der Sage nach kömmt die Direktion des Kärnth nerthortheaters vom 1. Oktob. an wie der unter kaiſerliche Regie. Madam Fiſcher⸗Achten iſt in Wien eingetrof fen, und beginnt im Theater der Jo ſephſtadt in der Alice ihren Gaſtrol leneyklus. An eben dieſer Bühne ſezt ein italieniſcher Chorreograph während der Sommerſaſſon vier Ballette in die

Szene. Die Schauſpielergeſellſchaft dieſer Bühne hat bereits ihre Dar- ſtellungen in Baden nächſe Wien be⸗ gonnen. Nemetz. Grätz. Ueber das erſte Auftre⸗ ten der Dem. Schebeſt auf hieſiger Bühne ſchreibt derAufmerkſame vom 25. Mai folgendes:Die ehrenden Ur⸗ theile der öffentlichen Blätter haben die ausgezeichnete Sängerin vom königt. ſtädtiſchen Theater in Peſthe, Mlle. Schebeſt, lange ſchon dem kunſtlie benden Publikum bekannt gemacht, und den lebhafteſten Wunſch erregt, ſie einmal in unſerer Mitte zu be grüßen. Dieſer Wunſch iſt erfüllt, und wir haben die Freude gehabt, ihr ſchö nes Talent in der Roſſiniſchen Oper: Semiramis, wo ſie den Arſaz ſang, zu bewundern. Was ſie gleich beim erſten Anblik als eine wahre Känſtlerin empfiehlt, iſt die liebens⸗ würdige Beſcheidenheit und Rube, mit der ſie jenes Hervortreten wollen, und jene preziöſe Haltung vermied, womit ſo manche Sängerinen, zumal in ih rem erſten Auftreten, ihren Rang in der Kunſtwelt anzukündigen pflegen. Gefühl und Wahrheit im Geſange iſt ihre Regel, darum griff ſie nicht ſtär ker in die Saiten ihrer klangvollen Lyra, als es die Harmonle und Ge ſammtwirkung des Ganzen erforderte. Mit welchen Tönen voll Schmelz, Klarheit und Melodie ſprach ſie nicht dem Zuhörer an's Herz? Das iſt Ge g ſang, wie er dem Menſchen in Stun⸗ den ſtiller Rührung und Freude in der Seele wiederklingt. Ihr Rezitativ war, fern von allem muſikaliſchen Pathos, Sprache des Herzens, und ihr Geſang Ausſtrömen des überfüllten Herzens. Im ſchönen Einklang mit ihrem Vor trage iſt ihre Mienenſprache, ihre Hal⸗ tung und Bewegung, daß ſie oft, wie unwillkührlich ein maleriſches Bild zur Schau bringt. Das Publikum war