Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
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rufe große Opfer, die größtenthells erkannt werden. Es ſind ihm nur auch ergibige Einnahmen zu wünſchen. Hymen entführte eine Kunſtjüngerin aus unſern Tempel Oelle. Fany N wird die Gattin eines jungen Guts⸗ beſizers, wodurch auch ihre Schweſtern dem Theater entgehen werden. Das durch ſie beſezte naive Rollenfach iſt noch verwaiſet. ich.

Rorreſpondenz.

Wien(20. Mai). Seit mei⸗ nem jüngſten Berichte hat ſich hie und da wieder Manches geändert. In der Burg iſt's mit der Stich eben nicht ſehr brillant: die Kinder ermüden gleichfalls und hatten das Unglük, von einem Hrn. Turteltaub girrend ange- ſungen zu werden. Indeſſen war die Phädra und die Orſina eine ganz außerordentliche Leiſtung der Mama und zeigte die berühmte Künſtlerin in ihrem vollen Glanze. Jezt ſieht man dem morgigen Erſcheinen des Raupach ſchenConradin geſpannt' entgegen, welcher zwar mit bedeutenden Aende⸗ rungen zur Darſtellung kommen, aber doch nochdie lebende Seele geret⸗ tet haben ſoll. Da ich vom Hofburg theater ſpreche, kann ich nicht umhin, Sie auf einen Aufſaz des trefflichen Zedlitz in Kaltenbäcks öſterr. Archiv aufmerkſam zu machen. Unter dem harm⸗ loſen Titel:J. Schreivogel weiß der geiſtreiche Verf. ſehr empfind⸗ liche Nebenhiebe zu führen. Im Känthnerthor ſingen fortwährend die Italiener; ſie ſind nun mit Bellinis Norma, mit ſeiner ,, Sonnambula gekommen und gaben heut dieStra- niera; die ausgezeichneten Leiſtungen der fünf erſten Sänger: Mad. Schütz⸗ Oldoſi, Mad. Tadolini, Hr. Poggi, Hr. Cartagenova, Hr. Frezzolint, ha⸗ ben die allgemeine Theilnahme erregt

theatern fort;

und finden außerordentlichen Beifall. Mit der übermorgen erfolgenden 32ten Vorſtellung der welſchen Geſellſchaft iſt das Abonnement geſchloſſen, ohne daß der verſprocheneScaramuzzia von Ricci gegeben worden; dann gehen die Schütz und der Poggi in ihre neue Stagione ab und Duport beabſichtigt, wie man ſagt, mit den Zurükbleibenden einen weiteren Cyklus zu geben, der vielleicht auch in den Preiſen billiger geſtellt ſein wird. Die Deutſchen be⸗ reiten AubersMaskenball vor; das Textbuch iſt ganz umgeworfen und heißt: die Ballnacht. Die Joſephſtadt brachte eine neue Oper:der Bravo von Marliani, eine friſche feurige Mu⸗ ſie voll bübſcher Melodien allein die Aufführung war unter der Mittelmä ßigkeit, ſogar die Kraus-Wranitzky kon⸗ tentirte nicht; Mellinger wurde zwar applaudirt weil er ſchrie: aber die Leiſtung war werthlos; Kreipl ſiel gänzlich durch. Denuoch dauert die lächerliche Rivalität mit beiden Hof die Direktion läßt ſich anonyme Briefe ſchreiben, worin man ſie auffordert,die Nachtwandle rin zu wiederholen, und das Kärnth⸗ nerthor in den Grund zu bohren, und der Joſephſtädter Devrient, Hr. von Holtey hat im Verein mit den HHrn. Korn und Robert längſt alle Hofſchau⸗ ſpieler vernichtet. Sie ſollten ſehen, wie der Mann den Grafen Balken, in derSchachmaſchine ſpielt; die Lei⸗ ſtung iſt ſo vortrefflich, daß ſie nur mit demAchtel vom großen Loſe verglichen werden kann. Hr. Heſſen, braunſchw. Hofſchauſpieler, gaſtirt auf dieſem Theater: ein guter Schauſpie⸗ ler. Dem. Hill hat Engagement ge⸗ nommen, und ſich in ihren weiteren Leiſtungen recht brab bewährt; ausge⸗ zeichnet iſt ſie imRataplan: aber jezt wollen ſie ſie zur großen Sänge⸗ rin abrichten, und das iſt ein Unglük.