Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
311
 
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Freitage ganz unerwartet einen Sohn gebar, worüber ſich der gute Engländer ſo altetirte, daß er ſich am Samſtage aufhing.

S.

Pe ſt h. Hr. und Mad. Rettich, k. ſächſiſche Hofſchauſpieler, und Herr Beyer, k. baieriſche Hofſänger, ſind bier angekommen. Auch Hr. Pauly von Dresden wird künftige Woche bier erwartet; lezterer dürfte aber ſchwerlich hier Gaſtrollen geben. Seine Reiſe hat einen anderen, wichtiger n Zwek. l.

Aus Italien. In Genua, im Theater Carlo Felice, und zu Turin, in jenem d' Angennes', hat Ricci's: Avventura di Scaramuceia am Oſtermontage gegeben, Glük gemacht; dort, mit den Damen Demery und Al⸗ berti, und Hen. Scaleſe, und Baſa⸗ donna, hier mit den Sängerinen Micciarelli-Sbriscia und Scheg⸗ gi, und den Sängern Linari-Bellini und Scheggi. Moroſini's Ballet:Le nozze al castello, das zu Genua gleich zeitig in die Szene ging, wurde un barmherzig ausgeziſcht.Chiara di Rosemberg ward zu Bologna nicht ſehr günſtig aufgenommen, am ungün⸗ ſtigſten der Buffo Spada in ſelber. Der gute Mann iſt ſtimmlos.Malek Adel heißt die vor wenigen Tagen zu Cremona aufgeführte Oper eines dor tigen Einwohners: Bergonzi. Seine Tochter betrat in ſelber als Prima Don- na zum Enſtenmale die Bühne. Beide Kinder, wurden zwar etwas ſchwach be funden, fanden aber im Ganzen dem Sprichworte zuwider, nemo propheta in patria, günſtige Aufnahme.Tor- quato Tasso von Donizetti hat ſei nen Namen bei der im Theater St.

ng der Novitäten und Anfichten.

Carlo zu Neapel jüngſt ſtattge funde⸗ nen Erſcheinung inSordello il Tro- vatore verändert. Der Bariton Ron coni, für welchen die Hauptrolle ge ſchrieben iſt, debütirte darin ſelber mit vielem Glüke. Das Theatro nuovo derſelben Stadt, hat durch den Kom poſiteur Aſpa, in der komiſchen Oper: II venti d'Agosto eine willkommene Gabe erhalten. Zu Bologna befin den ſich in dieſem Augenblike einund⸗ zwanzig erſte Sängerinen, dreizehn erſte Tenore, zwölf erſte Bäſſe, ſechs erſte Buffi, und fünf VBalletkompoſt teurs, ohne Beſchäftigung. Sie gehö ren faſt alle in die Klaſſe hoher Mit⸗ telmäßigkeit.(Echo.)

Miszellen.

Frank fur t. Ein Lotteriekol⸗ lekteur in Frankfurt hatte für ſeine Abnehmer Interimslooſe zu der dorti gen Stadtlotterie druken laſſen, den Originallooſen ſelbſt in der Unterſchrift und den Stempeln möglichſt ähnlich, nur daß in einem Stempel das Wort Interimsloos mit ſehr kleinen Buch⸗ ſtaben, blos bei ſehr genauer Anſicht bemerkbar, eingerükt war. Der Vor fall kam zu gerichtlicher Unterſuchung, der Kollekteur ward zu halbjäheiger Zuchthausſtrafe, der Buchdruker zu ei ner Geldſtrafe von 60 Rthlr. verur⸗ theilt; der erſtere hat dagegen appel⸗ lirt. G.

Bologna. Hier ſind jezt zwei weibliche Profeſſoren, eine Cr) lieſt über Jurisprudenz, die andere über die Chirurgie. Im Aten Jahrhunderte