Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
312
 
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lehrte ſchon Novella di Andrea das kanoniſche Recht, aber hinter einem Vorhange, weil ſie ſchön war, und befürchtete, ihre Reize möchten der Aufmerkſamkeit ſchaden. Welche Selbſt⸗ verläugnung. T. Paris. Eine Geſellſchaſt von mehr als 40 franzöſiſchen Schriftſtel⸗ lern, die ſich in Paris gebildet hat, um unter dem Titel: théatre euro- peen, die dramatiſchen Meisterwerke aller europäiſchen Nationen in treuen Ueberſezungen herauszugeben, hat mit Chalderon'sArzt ſeiner Ehre, und mit Sheridan'sKritiker begonnen. Das nächſte Stük ſoll Körner'sNacht⸗ wächter enthalten. Die Zuſammen⸗ ſtellung iſt wenigſtens pikant. B. Paris. Hier iſt kürzlich ein Noman von Corbière erſchienen, wel⸗ cher den ſonderbaren Titel führt:Zwei Lowen für eine Frau. Eine Paxi⸗ ſer Hebamme, Madame Jullemier, hat, authentiſche Denkwürdigkeiten einer Hebamme herausgegeben. B.

Der Modenkurier.

(Paris, 3. Mal. 1835.)

Nichts Neues unterm Sonnenlicht;

Doch neu heißt, was die Mode ſpricht!

1. Obwohl Long Champ ſchon ſeit ei⸗ niger Zeit eröffnet iſt, ſo erlaubt die theils tühle, theils regneriſche Witterung noch nicht, daß ſich die Sommermoden ganz entfalten, und wir ſind darauf beſchränkt, nur einige wenige zum Vorſchein gekommene Neuigkei⸗ ten zu erwähnen. Strohhüte ſahen wir meh⸗ rere, die eben ſo ſchoͤn als einfach in ihrer Eleganz waren. Sie haben große Formen, geben das Geſicht ganz um, haben ſeitwärts eine Roſette und manchmal eine Blume.

2. Wir bemerkten zwei treffliche Hüte; einer war von italieniſchem Stroh, mit ei nem Sonnenwendebouquct geziert, das aus einer ſtrohgelben und lilas geſtreiften Ro

ſette hervorging. Der Andere war von Reis- ſtroh(Baſt), der nichts weiter als weiße Bindbänder und rund um der Kappe einen Epheuzweig hatte.

3. Die ſtrohgelben, zitronengelben, weißen oder grünen Nin* einer doppelten Roſette geziert, eht m großer Anzahl.

4. Heuer ſind die Kleider glacirt und die Hüte von glattem poult de Soie. Der italieniſche Taffet, den man zu Morgenüber⸗ roken verwendet, bat einen Perlmutter- Re⸗ fler, während die Grosgrains-⸗Bänder eine ſanfte Farbe ohne allen brillanten Reflex haben. 1

5. Die auffallendſte Neuigkeit ſind die neuen Taffet⸗Shawls. Denjenigen, wel⸗ chen wir ſahen, war von mattſchwarzem Dop⸗ vel- Poult- de- Soie, mit piſtaziengrünem Taffet gefüttert, mit einer ſchwarzen Spize eingefaßt und mittelſt einer Camäen⸗NRadel an den Gürtel befeſtigt. Dieſe Shawls ſind beſtimmt, die Mantelets zu erſezen; aber ſie dürften wohl über den wärmern Sommer be⸗ ſeitigt und erſt gegen den Herbe wieder vor⸗ genommen werden.

6. Heuer gedenkt man noch die Spi⸗ zen beizubehalten, deſto ſicherer aber werden ſie künftiges Jahr ganz verlaſſen werden. Die großen Mouſſelinkragen, mit Malinen⸗ oder Point- Spizen garnirt, erhalten ſich noch.

Modenbil d. Nr. 20.

Ppariſer Anzüge vom 3. Mai. Die ſtehende Dame: Reisſtrohhut mit Fe⸗ dern geziert. Kleid von geſtiktem Mouſſelin mit Bandſchleifen geziert. Die ſizende Dame: Reisſtrohhut mit Blumen geziert. Kleid von Seidenzeug. Stuhl von hohlem Eiſen.

Für Dame n.

Das beliebte und bewährte, die Haut zart und weiß machende Schlan⸗ gen⸗Bad⸗Waſſer iſt bereits friſch ange⸗ langt, und iſt bei Vincenz Kra⸗ molin, Apotheker in Ofen, Chriſti⸗ na⸗Stadt, die Flaſche zu 30 Kr. C. M. zu bekommen.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.