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Uebertragung mehrerer europäiſcher wiſſenſchaftlicher Werke, und Herr von Hammer überſezte eines der Haupt⸗ werke Fazi's(die Roſe und die Nachti⸗ gall). Semele überſezt das Guliſtan Sadi's, Taſſi die Hauptwerke des in⸗ diſchen Dichters Vali, und der Koſa— kenhetman, Fürſt Protojos, übertrug die Gedichte Parni's in das Kalmü⸗ kiſche. M. Koblenz. In der Nähe von Koblenz wurde neulich eine anſtändig gekleidete Leiche im Rhein gefunden. In einem Taſchentuche war etwa ein Thaler Scheldemünze eingeknüpft, nebſt einem Zettel mit den Worten:„Wer dieſen unglüklichen Körper findet, be— grabe ihn. Dies ſeine Bezahlung.“ S. Paris. Ein Pariſer Blatt er⸗ zählt:„Die Frau eines Leimſieders zu Bayeux fand kürzlich ihren lieben Mann in einem Wirthshaus vor der Stadt total betrunken, und wollte ihn auf einer Trage nach Haus ſchaffen. Am Stadtthore wurde ſie von den Zollbeamten gefragt, was ſie da habe. „Ein Schwein“, antwortete das er— zürnte Weib.„Wie ſchwer.„Zwei Zentner.“ Die Erklärung wurde nie— dergeſchrieben und die Frau durfte mit ihrer Fracht paſſiren. Andern Tags kam ein Zolldiener in das Haus des Leimſieders und verlangte den ſchuldi— gen Eingangszoll für 2 Zentner Schwei nefleiſch; die gute Frau meinte an— fangs, es ſei nur eine Fortſezung ih⸗ res geſtrigen Scherzes; bald aber über⸗ zeugte ſie ſich, daß es Ernſt war; denn troz aller Verſicherungen, das Schwein ſei nur ihr vollgeſoffener Eheherr ge— weſen, mußte ſie das geforderte Geld bezahlen.“ B. Straßburg. In Alengon er⸗ eignete ſich kürzlich ein betrübender
Vorfall. Einige Arbeiter Ausgrabung des Kellers für ein Haus beſchäftigt, und riſſen, um Fundament mehr Feſtigkeit geb können, einen Theil der Keller des anſtoßenden Hauſes weg, die ſie ſpäter in größerer Dite und Stärke wieder aufführen wollten. Ein alter Offizier, der in dem anſtoßenden Zim⸗ mer zu ebener Erde krank lag, und eben das Sakrament empfangen hatte, bemerkte, daß die Wände deſſelben wi⸗ chen, und erklärte, daß nicht feine Krankheit, ſondern der Einſturz des Hauſes ihn tödten werde. Die Arbei⸗ ter, obgleich gewarnt, ſezten ihr Ein⸗ reißen fort. Die s des Sterbenden traf ein; um 6 Uhr Abends, als er mit ſeiner Schwägerin allein war, ſtürzte das Haus ein, und be⸗ 11 1 beide unter ſeinen Trümmern. ie Leichen wurden ſchreklich verſtüm⸗ melt hervorgezogen. S.
Für Damen.
Wien. Federn und Blumen ſind wohl weſentliche Beſtandtheile der Mo- de, und das ganze Gebiet dieſer mächtigen Beherrſcherin weiblicher Wünſche gehört die⸗ ſem Blatte an. In dieſer Vorausſezung ma⸗ che ich Sie auf die hier am Graben, Nr. 1133, befindliche Federn und Blumenfabrit der Frau von Schilde aufmerkſam; dieſe Anſtalt verdient, der Vortrefflichkeit, der Eleganz und des Geſchmaks wegen, um ſo mehr die Beachtung der Damen, und der puzwaarenhandlungen, weil ihre Produkte bereits mit den Pariſer Erzeugniſſen, zum größten Theile, mur vortheilhaft verglichen werden konnen, und weil prompte Bedie- nung und nicht übertriebene Preiſe gewiß jeden Käufer zu einer dauernden Geſchäfts⸗ verbindung beſtimmen werden. M.
Dampfwagen.
Peſt h. Herr Voigtländer iſt mit ſeinem merkwürdigen engliſchen Damfwagen hier angekommen. Er wird in der Bude am Ausladungsplaz zu ſehen ſein.
Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Nr. 9.
Herausgeber und Verleger Sranz Wieſen.


