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Fach haben, und mit dieſem Perſonal werden ſie, glaub' ich, nächſtens den „Wallenſtein“ geben und mit der Burg rivaliſiren. Dafür aber iſt Hr. v. Hol⸗ tey da, bekommt viel Gage, ſchreibt aus ſeinen alten durchgefallenen Komö— dien neue zuſammen, ſpielt à la De— vrient, ſchreibt Theaterberichte nach Berlin, deklamirt und ſingt oder ſingt und deklamirt in Konzerten und arbei⸗ tet, wenn ich nicht irre, auch für den Verein zur Herausgabe guter Bücher. Die Leopoldſtadt: toujour perdrix, im- mer„Verſchwender“; zuweilen, damit man an das menſchliche Elend erinnert werde, tiſcht ſie auch Nitterkomödien und große Schauſpiele auf, worin ei⸗ ne Dem. Peroni als Heldin faſt ſo vor— züglich iſt, als Hr. Fermier als Orlando Furioſo.— Muſik?— Ja, deren gibt es jezt in Wien; denn wir haben Leute hier, die ſingen können. Die welſche Oper des Kärnthnerthortheaters mit ihren unerhört hohen Preiſen, bietet eine Geſellſchaft angenehmer Künſtler, worunter die Donne Schütz⸗Oldoſi und Tadolini Sterne erſter Größe ſind, während jedoch alles Uebrige in Italien eine Geſellſchaft zweiten Ranges bil⸗ den würde; nur der Tennor Poggi ſteht etwas höher. Was die Schütz und die Tadolini ſingen, die erſte tragiſch, die andere komiſch, iſt außerordentlich und heißt wahrhafter Geſang: da kon⸗ nen unſere Deutſchen hübſch hinhor— chen und Freiheit, Grazie und BVra— vour in der Kunſt lernen. Sie gaben bisher„Anna Bolena“,„I' Elisir d' Amore“,„il Furioso di St. Do- mingo“ und„Norma““, und nur die Bäſſe waren, überall faſt, unglüklich. Die deutſche Oper und das Ballet pauſtren ganz. Unter den Konzerten ſteht C. M. v. Bocklet obenan, der durch ſeine Improviſationen auf dem Pianoforte alles entzükt. Merk mißſiel deuer, Mayſeder ſpielte u. Lewy ſpe⸗

kulirte gut. Saphir gab eine Akade⸗ mie mit humoriſtiſcher Vorleſung und kontentirte allgemein. Der Saal war ſehr voll; die Hofſchauſpieler, mit Aus⸗

nahme des Hrn. Fichtner, deklamirten

gut; Saphir las Wiziges, man lachte und applaudirte.— Von ſtheateraliſchen Gäſten ſehen wir Mad. Crelingee mit ihren beiden talentvollen höchſt jugend— lichen Töchtern Bertha u. Clara Stich im Hoftheater; die Künſtlerin Mut⸗ ter wie die beiden hoffnungsvollen Blü— ten werden ſehr beifällig aufgenommen. Der k. baieriſche Hofopernſänger Vey⸗ er ſingt in der Joſephſtadt und gefällt nicht allzu ſehr; Dem. Hill von Frank furt iſt nicht bedeutend. Dem. Walter von Baden-Baden ſchlecht.— Wien um⸗ fängt dermalen zwei gymnaſtiſche Reit⸗ bahnen: den Circus der Mad. de Bach im Prater und den des Hrn. Guerra im Eſterhaßiſchen Gebäude; der Reiz der Neuheit zieht jezt noch immer zu dem lezteren, der eine große, wohl eingeübte Geſellſchaft in elegantem Stande mitgebracht hat.— Litera- tur?—

„Frage nicht, ich müßte ſchweigen,

Wär' ſie meiner Thränen Grund!““

Und doch hören ſie: Neſtroys„Lumpa⸗ zivagabundus“; eine philoſophiſch fröm⸗ mige Broſchüre von Dr. Hock; VBal⸗ laden von Eduard Anſchütz; die Zäh⸗ mung des Pferdes und des Hufbeſchla— ges, 2. Auflage, beide vom Rittmei⸗ ſter Balaſſa; Kochbücher; Sekretaire; Jugendſchriften; Gebetbücher und Rech— nungs faulenzer. p*

Muſik.

Pe ſt h(5. Mai). Am 2. d. M. gab Hr. Oury, Profeſſor der königl. Akademie und erſter Soloſpieler der italieniſchen Oper in London, ein zwei