Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
284
 
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in den Bereich der Mündang kam, nur noch Zeit blieb anzulegen. Ich fühlte nun die Nothwendigkeit einer Lehre, die mir die Indianer eingeprägt hatten, und die ich ſebr ſelten außer Acht ließ, nämlich nach Abfeuerung meiner Flinte an nichts Anderes zu denken, als ſie wieder zu laden.

Teitung der Novitäten undAnte

Rorreſpondenz.

Wien(30. April) Im k. k. Hof⸗ burgtheater trat Mad. Crelinger (vormals Stich) und ihre beiden Töch ter, Dem. Clara und Bertha Stich, in den Rollen der Sappho, Melitta und Eucharis auf. Nicht leicht hat Grill parzers Meiſterwerk würdigere Dar ſtellung gefunden, als dieſen Abend, Mad. Crelinger und Dlle. Clara Stich verloren nicht im Vergleich mit Mad. Schröder und Mad. Korn, und Herr Fichtner(Phaon) und Hr. Heurteur (Rhamnes) leiſteten Ausgezeichnetes. Delle. Bertha St. iſt eine liebliche Erſcheinung. Auf demſelben Theater gaſtirte Hr. Gerutl von Breslau in KörnersVetter aus Bremen und gefiel theilweiſe. Am 28. ward zum Vortheil der Regie ein neues drama tiſches Gedicht von Pannaſch:Clemence Iſaure gegeben. Da wir verhindert waren, dieſer Vorſtellung beizuwoh nen, behalten wir uns vor, im näch ſten Berichte den geehrten Leſern aus- führlichere Kunde darüber zu geben. Hr. Neſtroy hat das Teater a. der Wien mit einem neuen Kaſſeſtüke be ſchenkt:Eulenſpiegel oder Schaber nak über Schabernak, Lokal poſſe mit Geſang. Wer bloß lachen will, fin⸗ det da ſeinem Zwek entſprochen, denn dieſe Poſſe ſtrozt von Späßen und bur⸗ lesken Einfällen. Neſtroy's Spiel und Scholz's an geborne Komik reißen hin. Das Stük ward 8 Tage nach einander gegeben und machte unun⸗

kerbrethen volle Häuſer. Am 26. gab Hr. Saphir im Saale der Muſik⸗ freunde eine muſikaliſche Akademie, ver⸗ bunden mit einer humoriſtiſchen Vor leſung. Die Akademie war voll Wiz und Zuſeher, auch wizige Zuſeher wa ren da. Die Herren Löwe, Wothe und Fichtner und Mad. Fichtner deklamir ten Gedichte von Hrn. Saphir mit ungleichem Erfolge. Delle. Francilla Pixis und Hr. Klein ſangen, erſtere eine italieniſche Romanze v. Deſſauer, lezterer ein Wanderlied, gedichtet von Saphir und komponirt von Heinrich Proch. Eine dieſer Kompoſitionen wollte nicht behagen. Zum Schluße erſchien Hr. Saphir, um ſeine Vor leſung zu halten und ward mit Bei⸗ ſallsſturm überſchüttet, eh' er noch an⸗ fing was ſoll da nun ein Rezenſent noch ſchreiben? Aufrichtig geſtanden, mir hat er ſehr gefallen, wäre aber dem nicht ſo geweſen, ſo getrauete ich mir nicht es zu ſagen; wer wird auch mit Hrn. S. anbinden, er iſt kurz angebunden und wirft einem ein paar Wizbomben an den Kopf und be bauptet obendrein, man hätte gar kei⸗ nen Kopf, er hat die Lacher auf ſeiner Seite und folglich immer Recht!

A diaphoros.

(Von einem andern Korreſpondenten.)

Wien.(1. Mal). Nach langem Stillſchweigen wieder Etwas von Einem, der ſonſt kein ſeltener Gaſt bei Ihnen war. Ich will mich ein Bischen heraus⸗ laſſen und da mir ſo Manches auf dem