Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
276
 
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im Norden von Indien 16, und 6 Vereine in den Vereinigten Staaten von Nordamerika unterhalten 139 Miſſionäre. In Oſtindien hat ein Miſſtonär, mit Namen Renius, innerhalb 19 Jahren 12,000 Hindus zu chriſtlichen Ge⸗ meinden verſammelt, 112 Schulen für 3000 Kinder errichtet, und 110 Lehrer aus den Eingebornen zu Gehilfen gebildet. Ueberhaupt zählen die Miſſions⸗ geſellſchaften im Jahr 1834, außer 65 Stationen in Indien, welche durch Na⸗ tionalgebil en beſorgt werden, 342 Miſſtonspläze; 616 Miſſionäre; 1704 Miſ⸗ ſtonsaſſiſtenten, Nationalgehilfen, Schullehrer; 25 Miſſionsſeminare; 32 Miſ ſionsdrukereien, und 320,000 Schüler in den Miſſionsſchulen. Die Anzahl derer, welche in Folge der Miſſionsarbeiten dem Gözendienſt entſagt haben, betrug 430 000, und die Zahl der Mitglieder der Miſſionskirchen 28,000. Zur Förderung des Miſſionswerkes haben insbeſondere noch die Bibelgeſellſchaften (ſeit 1804) weſentlich mit beigetragen. Dies Alles iſt durch freiwillige Bei⸗ träge entſtanden, und wird auch durch freiwillige Beiträge unterhalten.

Die Havannahzigarren.

Der Tabak iſt in Havannah eines der erſten Vedürfniſſe; man würde lieber Hunger ertragen, als den Tabak enthehren. Er iſt auch eines der vor⸗ züglichſten Erzeugniſſe der Inſel, gehörte ſonſt zum Monopol des Königs, wie in Spanien, die Einwohner der Inſel Cuba erhielten aber endlich die Er laubniß, ihn, gegen eine Abgabe von 30 Piaſter für das tabaghero, und von 6 Piaſter für 1000 Zigarren, zu bauen und auszuführen. Der Verbrauch des Tabaks in dieſem Lande iſt außerordentlich groß. Die Prieſter, die Mönche, die Nonnen, die Damen, die kleinen Knaben und die kleinen Mädchen, die Schwarzen und die Weißen, Jedermann raucht Tabak. Man raucht auf den Straßen, auf dem Balle, in den Klöſtern, in der Sakriſtei. Die Modedamen rauchen wie Dragoner, wenn auch graziöſer. An andern Orten der Inſel iſt die Leidenſchaft des Tabakrauchens noch ſtärker. In Merida, in Juratum iſt das Theater nicht bedekt, und alle Zuſchauer rauchen. Daſſelbe gilt faſt von allen Theatern. Man würde es für ſehr lächerlich halten, wenn Jemand dahin kame, ohne eine Zigarre im Munde zu haben. Eine Negerin gebt nie aus, ohne eine Zigarre im Munde, oder hinter dem Ohre, oder in dem Haare zu haben. Mit der Zigarre in der Hand kann man auf der Straße den erſten Beſten an halten, dem man begegnet, wäre es ſelbſt ein Grand von Spanien erſter Klaſſe, und zu ihm ſagen: candela! Er nimmt ſogleich ſeine Zigarre aus dem Munde und reicht ſie hin; man zünde die ſeinige daran an, und ein flüchtiges Grüßen zum Danke iſt hinreichend.

Zwei Anekdoten aus Braſilien.

Auf einem Gute im Innern Braſiliens hatten die Neger und ihre Auf ſeher Erz mit den ſchweren Anhängſeln von Erde, Stein de. in das Pochwerk zu ſchaffen, welches ſich in ziemlicher Entfernung von dem Bergwerke befand, ſo daß mit dem Hinſchaffen viel Zeit verſchwendet wurde. Um dem abzuhelfen, ſchikte der VBeſizer, welcher in Rio de Janeiro lebte, eine Anzahl von Nade⸗