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Die muthigſten eilten ſogleich nach dem Gottes bauſe hin und ſahen, daß es innen erleuchtet ſei. Man wollte die Thüse öffnen, aber ſie war von innen verrammelt, und man mußte das Unternehmen aufgeben. Der Maire, wel⸗ cher das Leben einiger Nationalgardiſten der Gemeinde, welche ihre Waf— fen ergriffen hatten, in Gefahr zu ſezen fürchtete, ließ von dem näch⸗ ſten Städtchen Gensdarmerie holen. Sobald die Gensdarmen angekommen wa⸗ ren, begann eine Art Belagerung, die Kirchthüre wich endlich den Anſtren⸗ gungen der Stürmenden, man fand, daß alle Kerzen in der Kirche angezündet waren, und ein gewiſſer Cailleau aus Serches, der den Verſtand im Weine verloren hatte, die Störung der nächtlichen Ruhe verurſache. Als man fragte, was ihn dazu veranlaſſe, und was er damit bezweke, antwortete er:„Ich laute mich zu Grabe.“ Er wurde in Haft gebracht.
Quäker unter den Hindus.
Die Glieder dieſer Sekte, Sads genannt, ſcheinen im brittiſchen In⸗ dien nicht zahlreich zu ſein, aber ſie verſammeln ſich jährlich einmal an einem beſtimmten Orte. Sie verehren nur einen Gott, den Schöpfer aller Dinge, und verſchmähen jede Art Gözendienſt. Sie behaupten, alle Menſchen ſeien gleich, verbeugen ſich vor keinem, und erkennen keinen Kaſten- oder Rangun— terſchied an. Sie dienen nicht als Soldaten und dürfen ſich der Waffen nie zum Angriffe bedienen. Die Kleidung der Männer muß ganz weiß ſein. Schmuk von Gold und Silber gilt bei ihnen für unanſtändig, doch dürfen die Frauen einige Juwelen und bunte Zeuge tragen. Beiden Geſchlechtern iſt ſireng ver⸗ boten, ſich zu berauſchen, Tabak zu rauchen und etwas zu eſſen, das gelebt hat. Die Sads dürfen keinen Eid ſchwören, und man begnügt ſich vor Gericht mit ihrer bloßen Ausſage. Jeder muß ſeinen Unterhalt auf ehrliche Weiſe verdienen. Kommt er durch Unglük dc. herunter, ſo wird er von ſeinen Glau⸗ bensbrüdern unterſtüßt. Ein Sad kann nur eine Frau und eine Frau nur ei⸗ nen Mann haben; Verlezungen der ehelichen Treue werden ſtreng beſtraft. Nach dem Tode kommen die Guten, wie ſie glauben, zur ewigen Seligkeit, die Seelen der Vöſen aber wandern in Thiere. Von einer Hölle ſcheinen ſie nichts zu wiſſen. Sie haben ein heiliges Vuch, das ſie von einem inſpirirten Manne, im Auftrag von Gott, erhalten zu haben meinen.— Als ſie von den Quä⸗ kern in England hörten, mit denen ſie in ſo vielerlei übereinſtimmen, wurde in ihrer lezten Verſammlung in Delhi eine Adreſſe an jene Sekte vorbereitet, die man nächſtens in England erwartet.(Delhi Gazette.)
Teitung der Novitäten und Anfichten. und erſter Soloſpieler der italieniſchen
Muſik. Oper in London, im Redoutenſaale
ein Konzert, das die Elite der faſhio— Peſt b. Am 26. d. M. gab Herr nablen und eleganten Welt, ſo wie J. Oury, Proſeſſor der k. Akademie faſt alle unſere muſſkaliſchen Notabli⸗


