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ſezt. Man hat auf der Weſtſeite, zwi⸗
ſchen der erſten und zweiten Säule, bis auf den urſprünglichen Felſenboden der Akropolis eingehauen, um die Tiefe des Fundaments kennen zu lernen, und man erſtaunt über die Tiefe, welche hier nicht weniger als 550 Meter be— trägt. Die Menge der gefundenen Stü— ke von Bildhauerarbeit und Inſchrif— ten iſt groß. Auf der Südſeite iſt die Nachgrabung ebenfalls ſchon bedeutend fortgeſchritten, aber nur längs der Mauer, da ſie ſich hier dem Tempel nicht eher nähern darf, als bis die ſchweren Säulen und Architravpſtüke weggeräumt ſind, wozu man jedoch die Maſchinen bald erwartet. Erſt dann iſt auf dieſer Seite reiche, ſehr reiche Ausbeute zu hoffen. Mit der Wieder— herſtellung des Tempels iſt auch ſchon ein kleiner Anfang gemacht. Vi Paris. Mehrere Buchhändler haben ſich mit den Eigenthümern der Werke des Herrn Chateaubriand ver— einigt, um eine neue Ausgabe derſelben zu Stande zu bringen. Dieſe Unter⸗ nehmung hat das Eigenthümliche, daß die Subſkribenten auch Antheil an dem Ergebniß haben werden, indem jeder eine Nummer erhält, welche das An— recht an 70 Gewinnſte, zuſammen von 180,000 Fr. gibt, deren einer ſich auf ein Drittheil des Eigenthumsrechts der Werke Chateaubriands(das bekannt— lich über 1 Million gekoſtet hat) be— läuft. So wird jeder der Unterzeich— ner ein vortreffliches Werk, einer der— ſelben noch dazu ein großes Vermögen gewinnen. B. London. Der Premierminiſter (Peel) hat, dem Vernehmen nach, der ausgezeichneten Miß Somerville(ſie ward kürzlich zum Mitgliede der kön. aſtronomiſchen Geſellſchaft gewählt) ei— ne Penſion von 200 Pfd. St. gegeben, ferner dem Verfaſſer der Geſchichte der Juden, Herrn Millman, welcher we—
gen dieſes Werkes von der Hofkirchen⸗ partei aufs Aeußerſte verfolgt worden war, eine Pfründe verliehen, und der Dichterin Mrs. Hemanns, die in dürf— tigen Umſtänden lebt, ein Geſchenk von 100 Pfd. zugeſchikt. 2
Danzig. Ein rührender Zug von kindlicher Anhänglichkeit iſt am 351. März hier vorgekommen. Viele Säuglinge des Kinder- und Waiſen⸗ hauſes werden— wegen Ueberfüllung des Hauſes— bis nach zurükgelegten erſten Kinderjahren verehelichten Per— ſonen von moraliſcher Führung zur Pflege übergeben. Häufig iſt; nun der Fall, das verehelichte kinderloſe Perſo— nen mehr einer Kinderfreundſchaft, als des Gewinnes wegen, ſolche Waiſen zu ſich nehmen. Dieſes war nun auch bei einem Waiſenmädchen eingetreten, wel—⸗ ches bei einem Ehepaar in Pflege gege— ben war, und bereits das gte Lebens⸗ jahr erreicht hat. Des Schulunterrich⸗ tes theilhaftig zu werden, ſollte das Mädchen jezt der unmittelbaren Erzie— hung des Inſtituts jübergeben werden. Die Bitte der Waiſe und ihrer Pfle— geeltern um Abwendung dieſer Beſtim— mung, und das Anerbieten der leztern, unentgeldlich das Kind behalten zu wollen, konnte wegen feſtſtehender Ver— pflichtung nicht berükſichtigt werden. Doch das Mädchen wollte lieber ſter— ben, als ſich von den ſo herzlich lieb— gewonnenen Pflegeeltern trennen. Die ſes einmal gefaßte unglükliche Vorha—⸗ ben brachte die Kleine auch wirklich in Aus führung, indem ſie am genannten Tage, den Tod ſuchend, an der Loh⸗ brüke von der Brüke ſprang, durch ſchleunigen Beiſtand aber gerettet wurde. P.
New⸗Pork. Der geſezgebende Körper von Nordcarolina entſchied neu lich mit 50 Stimmen gegen 38, ein freier Farbiger dürfe ſeine Kinder wz


