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Die tärkiſchen Frauen.
Der Sklavenmarkt in Konſtantinopel iſt der einzige, den es in Europa gibt. Wer ihn beſucht, wird von einem ſchmerzlichen Gefühle ergriffen, das man indeß nicht laut werden laſſen darf. Wollte man Mitleid in Gegenwart von Männern zeigen, die es nicht 1 ſo würde man dieſelben ſo belei⸗ digen, daß man auf fühlbare Gegengründe gefaßt ſein müßte. Das Herz muß man draußen laſſen, wenn man den Sklavenbazar beſucht. Indeſſen darf man ſich nicht vorſtellen, dieſer Bazar ſei ein häßlicher Kerker, oder eine Schlacht bank, wo man nichts als den Schmerzensruf der unglüklichen Opfer höre. Nein, es liegt im Intereſſe der Eigenthümer, bei dieſem Handel eine Art Milde vorherrſchen zu laſſen, woran ſie ſich mit der Zeit gewöhnen. Der Türke weiſt im Allgemeinen den Armen nicht mit Härte, den Fremden nicht mit Mißtrauen von ſich; er unterſtüzt den erſtern gern und nimmt den andern freundlich auf. Die Tochter einer Sklavin wird ſeine rechtmäßige Gattin, ein Sklave durch Adoption ſein Sohn. Der Weg zum Glük iſt weder der ei— nen noch dem andern verſchloſſen. Selbſt der Großherr iſt der Sohn einer Skla— vin, die türkiſchen Frauen ſind größtentheils gekaufte Sklavinen. Der Luxus eines Türken beſteht in ſeinem Harem. Die Zahl ſeiner Frauen beſtimmt das Anſehen, in dem er ſteht, und ein hoher Staatsbeamter muß, wenn er nicht in Mißkredit kommen will, viel Aufwand für ſeine Frauen machen— dies er⸗ ſezt unſere Diners, Välle, Soirsen und Logen im Theater.
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* Der Eder den' r.
Dieſen Namen gibt man in England einem unter den Freiſaſſen einer Graſſchaft gewählten Beamten, der über das Recht der Krone zu wachen hat. Es liegt ihm vorzüglich ob, die Urſachen plözlicher Todesfälle zu ermitteln, und im Falle eines vorſäzlichen Todtſchlags, nach Berathſchlagung mit den Geſchworenen, das gerichtliche Verfahren einzuleiten. Im Falle eines Selbſt⸗ mordes unterſucht er, ob derſelbe einer Geiſteszerrüttung zuzuſchreiben oder als ein Vergehen anzuſehen ſei(ſelonia de se ipso). Iſt das Leztere ohne Zweifel, ſo wird das Veſizthum des Selbſtmörders eingezogen und ihm das ehrliche Begräbniß verſagt. Iſt eine Gemeinde wegen Mangel an polizeilicher Auffſicht de. Urſache an dem Tode eines Menſchen, ſo legt ihr der Coronet eine Straſe auf, und konſiszirt zum Vortheil der Krone die Gegenſtände, welche Unglük veranlaßt haben, wie Pferde, Wagen oc.
Teitung der— und anfisbten.
Ae zu veranſtalten, befindet ſich im neue⸗ Literatur. ſten Buchhänbler⸗Börſenblatt folgender geiſtreicher, und ſehr ausführbar und
Leipzig. Gegen den Plan ei- zeitgemäß erſcheinender Vlan⸗Ent⸗
nes Pariſer Etabliſſements, von allen wurf: Sämmtliche Verleger deut⸗ deutſchen Klaſſikern einen Nachdruk! ſcher Klaſſiker vereinigen ſich in elne


