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Geſellſchaft zu Herausgabe einer voll⸗ ſtändigen und kritiſchen Ausgabe der deutſchen Klaſſiker auf gemeinſchaftliche Rechnung. Jedem Verleger wird ſein Verlagsrecht an Geſammtausgaben von den in dieſe Kategorie gehörenden Schriftſtellern, nach billiger und mög⸗ lichſt gleichmäßiger Schäzung, als Ka⸗ pitalantheil in Rechnung gebracht. Um auch die übrigen Buchhändler des deut⸗ ſchen Buchhändlervereins an dieſem Un⸗ ternehmen Theil nehmen zu laſſen, werden Aktien gebildet. Ueber das Verhältniß der Aktionaire zu den ur⸗ ſprünglichen Verlegern, Größe und Dividende der Aktien de. entſcheidet die General-Verſammlung ſämmtlicher Theilnehmer. Zu Veranſtaltung einer planmäßigen und kritiſch geſichteten, aber möglichſt vollſtändigen Ausgabe der deutſchen Klaſſiker beſtellt die Ge— neral⸗Verſammlung oder ein von ihr zu erwählender Ausſchuß einen Verein ſachkundiger Männer(deutſcher Gelehr—⸗ ter), der angemeſſen zu honoriren iſt, und deſſen Beſchlüſſe für die Geſellſchaft maaßgebend ſind. Zu Beſorgung des Merkantiliſchen und Techniſchen des Unternehmens wird in Leipzig(dem Zentralpunkt des deutſchen Buchhan⸗ dels) ein„Büreau der deutſchen Klaſ⸗ ſiker“ errichtet, welches unter der Auf⸗ ſicht eines von der Verlegergeſellſchaft zu ernennenden Geſchäfts⸗Komites und unter der ſpeziellen Leitung eines Buch⸗ halters ſteht, dem das nöthige Hülfs⸗ perſonal beizuordnen iſt. Um wo mög⸗ lich allen Wünſchen des Publikums in Abſicht auf das Format zu entſprechen, werden drei verſchiedene Ausgaben ver⸗ anſtaltet: 1) in Lexikonformat(reſp. 4.) wie die Ausgaben von Schillers, Körners de. Werken in 1 Bande; 2) in Mitteloktavformat, etwa wie die neu⸗ angekündigte Ausgabe von Schillers Werken in 8.; 3) in Taſchenformat. Da geſchmakvoller Druk eine Hauptbe⸗
dingung iſt, und an dem National- werke alle deutſche Preſſen ſollen An⸗ theil nehmen können, ſo wird der Druk unter die jenigen deutſchen Offizinen möglichſt gleichmäßig vertheilt werden, welche die ſchönſte und nach Verhältniß billigſte Arbeit liefern. Zur nähern Verabredung und Ausführung dieſes Planes werden in der nächſten Leipzi⸗ ger Oſtermeſſe diejenigen Verleger, welche darauf einzugehen geneigt ſind, zuſammentreten und nach gepflogener Vorberathung die Angelegenheit vor die allgemeine Buchhändlerverſammlung bringen. V.
Muſik.
Peſt h. Am 12. d. M. fand ein intereſſantes Konzert, zum Vortheil des hieſigen Muſik⸗Inſtitutes, im klei⸗ nen Redoutenſaale Statt. Zum Ein⸗ gange hörten wir Cherubinis großartige Ouverture zu ſeiner neueſten Oper „Ali Baba“ mit ziemlicher Prä⸗ ziſion ausgeführt. Herr Merkel ſpielte dann ein Hummel' ches Konzert⸗ ſtük für das Fortepiano mit vieler Ele⸗ ganz und Fertigkeit.— Saphirs hu⸗ moriſtiſches Zweigeſpräch:„Weiblich und Männlich“ wurde darauf von Dem. Leynſitt und Hrn. Grohmann geſprochen— aber durchaus etwas zu Ernſt gehalten, um den gehörigen Ef⸗ fekt hervorzubringen.— Hr. Am t⸗ mann, ein bereits ſehr vortheilhaft bekannter Flötiſt, ließ ſich nun in ſelbſt komponirten Variationen für die Flöte hören und erhielt vielen Vei⸗ fall, was mehr ſeinem geläufigen und gefühlvollen Spiele, als der Kom⸗ poſition galt. Hierauf ſang Herr Stampfl eine Arie von Kreutzer und überraſchte höchſt angenehm durch eine äußerſt ſonore, ſehr biegſame und ausdruksvolle Stimme. Der Applaus


