Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
204
 
Einzelbild herunterladen

204

Weib Frau Gemahlin

Wenn man aus Liebe helrathet, wird man: Mann und Weib, wenn man aus Bequemlichkelt beirathet: Herr und Frau, und wenn man aus Verhält⸗ niſſen helrathet: Gemahl und Gemahlin! Man wird geliebt ven ſeinem Weibe, geſchont von ſeiner Frau und geduldet bon ſeiner Gemahlin. Man bat für ſich allein ein Welb, für ſelne Haus freunde eine Frau und für die Welt eine Gemahlin. Man findet ſich in Alles mit dem Welbe, man beguemt ſich mit der Frau, und man arrangirt ſich mit der Gemahlin. Wenn man

e 3

krank iſt, wird man gepflegt von dem Weibe, beſucht bon der Frau, und nach dem 1 Beſinden erkundigt ſich die Gemahlin. Man gebt ſpaziren mit feinem Weibe,

man fährt aus mit feiner Frau, und macht Parthien mit ſeiner Gemahlin. Unſern Kummer theilt das Weib, unſer Geld dle Frau, und unſere Schulden die Gemahlin. Mutter unſerer Kinder iſt unſer Weib, ihre Bekannte un⸗ ſere Frau, und ihre Gebieterin unſere Gemahlin. Sind wir todt, ſo be⸗ weint uns unſer Weib, beklagt uns unſere Frau, und geht in Trauer wegen uns unſere Gemahlin. In einem Jahre belrathet wieder unſer Weib, in ſechs Monaten unſere Frau, und nach der Kondolenzzelt(in ſechs Wochen) unſere Gemahlin.

Lacher liches Müßverſtänd nl

Der Ueberſezer eines franzöſ. Romans erzählt von der Vorſteherin eines Mädchenpenſtonates, die durch den Muthwillen ihrer Eleven ſehr geplagt wird. Einmal keißt nun der Gebuldſaden der guten Frau und ſie beſtraft die ſchönen Kinder mit allgemeiner Faſten(avee un jeune génsrale). Der lleber⸗ ſezer gibt dieſe Phraſe ganz unſchuldig mit den Worten:Und ſſe ſtrafte dle Mädchen mit einem jungen General. 5

Ein Karnebalsduel.

Auf einem der lezten Maskenbälle in dem Theater des Värietes nachte ein kleiner, ſchwarzer, niedlicher, ſchlanker Domkno Auſſehen, anen Begleiter im Saale herumging; nichts konnte graßzläſer ſein. E Merrot machte ſich an das Mädchen und eine flötende Mäbchenſtiume antwortete ihm. Der Pierrot war entzükt, und bot dem Domino den Arm an; der Do⸗ mine nahm den Arm, nahm auch Erfeiſchungen an und ſchlug auch das ange⸗ tragene Abendeſſen nicht aus. Der Plerrot rieb ſich ſchon die Hände, als eln diker Fuhrmann dem kleinen Domino eine Grobheit ſagte; der Pierrot ank⸗ workete ihm mit einer Ohrfeige. Dieſe war nur durch einen Zwelkampf gut u machen, der auf dle Forderung des Pierrots ſogleich ſtott fand. Nach brel Stunden kam ber Pierrot mit einer Wunde am Arme zurük, und fand ſtatt des kleinen Dominos ein Billet, worin er benachrichtigt wurde, er möge ſich, da aus dem Abendeſſen nichts geworden, in dem cals Auglais zum Fruhſtüke einfinden. Darunter ſtand:Bernhard Lopez. Der kleine Domino war eln Herr geweſen.