Sonnabend, 28. März. 1855.
ir
Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Halblähriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzu⸗ 2 Man pränumerirt im gommiſſionsamt zu Ofen ſendung 3 fl. Auf Velinpapiet mit erſten?(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrülten 5 fl. und poſtfretl 6 fl. C. M.: lung zu peſih und bei allen k. t. Poſtämtern.
Antonie Gaſperoni im Gefängniſſe.
(Beſchluß.)
Ich trat von neuem zu Gaſperont, der ſeine Stellung nicht verändert hatte.
„Welcher iſt Ihr eigentlicher Name?“ ſragte ich ihn.„Man ſagte mir, Sie hießen Varbone.““
—„Das war mein Beiname in den Bergen, ich heiße Antonio Ga⸗ ſperoni.“
„Die haben Ihren Namen berühmt gemacht; man ſpricht von Ihnen in Italien wie von Catilina, von Spartacus und andern Ihrer berühmten Lands⸗ leute, welche Rom den Krieg eee
Er lächelte und verbeugte ſich beſcheiden.
„Was führte Sie in Ihre Laufbahn, Gaſperoni?“
—„Ein Zank in Neapel.“.
„Ein Zank! Das iſt etwas ſehr Geringes, ein ſehr leichter Vorwand, um mit der ganzen Welt zu brechen.“.
—„Ja, aber bei dem Zanke ermordete ich meinen Gegner.“
„Ah, das iſt etwas anderes. Wie lange trieben Sie Ihr Handwerk?“
—„Siebenzehn Jahre.“
„Haben Sie Wunden““
—„ueberall.“
„Sie haben ſich alſo oft geſchlagen 8
—„Ach, ſehr oft, ja ſehr oft.“
„Mit den päbſtlichen Soldaten?“
—„Mit den Soldaten? nein(er machte eine verächtliche Gebehrde); mit den Dragonern.““


