167
Opernſa iſon wird nun am 28ſten Febr. beginnen.— Am 2tſten wurde in Ko⸗ vent⸗Garden zum erſtenmale Auber's Oper„Leſtocg“ mit großem Beifalle ge⸗ geben. T.
Miszellen.
Paris. Orei Dinge bilden jezt das Geſpräch von Paris; der Miniſter⸗ wechſel der ſich aber ſchon wieder etwas überlebt hat, der Brand des Theaters Gaité, deſſen Gluth ſchon wieder zu erkalten beginnt, und ein Wunder für welches Alles begeiſtert iſt. Dieſes Wunder iſt eine Stute Namens Blan⸗ che, die ſich ſeit einigen Tagen im Cirque Olympique hervorthut. Mlle. Blanche iſt das Muſter der Gelehrig— keit, Geduld und Geſchiklichket. Sie ſicht(2) mit ihrem Herrn auf den De— gen, ſo daß man ſie für einen Schüler Griſiers halten ſollte, ſie walzt(2) ſo graziös wie Dll. Fanny Elsler, und feuert eine Kanone ſo kaltblütig ab wie ein Artilleriſt der alten Garde. Das größte Meiſterſtük, aber was ſie voll⸗ bringt, und von dem man es ſelbſt bei dem Lehrtalent des Hrn. Laurent Fran— coni nicht für möglich gehalten hätte, daß es einem Pferde beizubringen ſei, iſt, daß ſie eine ſehr ſteile Treppe von
20 Stufen rükwärts auf und ab⸗
ſteigt. Man denke ſichs wohl, rükwärts, und zwar mitten unter dem Praſſeln eines Feuerwerks. Man glaubt, daß dieſe Dame Blanche Herrn Franconi mehr eintragen wird, als Boieldieu die ſeinize, ja mehr als dieſelbe der komiſchen Oper eingebracht hat. B.
Straßburg. In wenig Jah⸗ ren kann die Stadt Straßburg ſich ſchmeicheln, das ſchönſte Arſenal in Eu⸗ ropa zu beſizen. Der ganze Theil zur Linken, des nach der Zitadelle führen⸗ den Weges iſt zum Arſenal des Plazes
beſtimmt. Der Plaz zur Rechten wird das Bauarſenal bilden, welches aus 10 Gebäuden, die drei große geräumi⸗ ge Höfe einſchließen, beſte hen wird. Von dieſen zehn Gebäuden iſt das vier⸗ te vor Kurzem beendet; es vereinigt mit einer großen Schönheit Vollendung in der Ausführung, und es gibt we⸗ nig Gebäude von dieſem Umfange; ſeine Länge übertrifft um 5 Metres jene des Münſterthurms, und beträgt al ſo 145 Metres. Es iſt auf der einen Sei⸗ te mit einer in unſern frühern Krie⸗ gen eroberten Trophäe, die wir be⸗ hielten, geſchmükt; dies iſt die Do⸗ naukette, die, wie man ſagt, von den Türken, als ſie Wien belagerten, um die Donau abzuſperren, verfertigt wor⸗ den iſt. Im Jahre 1809 wollte ſich Napoleon derſelben zu dem nämlichen Zweke bedienen, um nämlich die in die Flußſtrömung gebrachten Schiffe, wel⸗ che die von der franzöſiſchen Armee, eine Stunde unterhalb der Stadt auf⸗ geſchlagenen Schiffbrüken zerſtören ſoll— ten, damit aufzuhalten. Dieſe Kette mißt 159 Metres und hat 1178 Ringe. D.
Paris. Hr. Bougny, kön. Pro⸗ kurator zu Verdun, an dem man ſeit dem vor einiger Zeit erfolgten Tode ſeiner Frau eine Art religiöſer Ver⸗ rüktheit 1 hatte, machte am 18. Febr. ſeinem erſt 36 jährigen Leben auf furchtbare Weiſe ein Ende. Er hatte den Abend mit ſeiner Schwe⸗ ſter zugebracht, und ſich zur gewöhn⸗ lichen Zeit niedergelegt; um 1 Uhr ſtand er auf, zündete in der Küche ein großes Feuer an, legte ſich quer über daſſelbe, und verblieb ſo anderthalb Stunden. Die neben der Küche ſchla⸗ fende Magd wurde endlich durch den Dampfgeruch erwekt; ſie öffnete die Küchenthür und erſtikte faſt von dem Rauche, der ihr entgegen ſchlug. End⸗ lich erkannte ſie in der hellen Flamme


