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ihren Herren, der quer über dem Feuer lag und mit lauter Stimme Gebete ſprach. Ein Zetergeſchrei rief ſeine Schweſter herbei, die den Unglüklichen don den Füßen bis zum Leibe aufs Schreklichſte und bis auf die Knochen verbrannt fand; die beiden Hände, auf die er ſich geſtüzt hatte, waren eben⸗ falls verbrannt. Der Unglükliche wurde jezt aus dem Feuer gezogen, und be⸗ hielt bis zu ſeinem, eine halbe Stun⸗ de darauf erfolgenden Tode, den vol⸗ len Gebrauch ſeiner Geiſteskräfte. VB.
London. In London denkt man, nach engliſchen Blättern, ſeit einiger Zeit ſehr ernſtlich an die Errichtung eines gigantiſchen Denkmals zu Ehren des größten brittiſchen Dichters, Wil⸗ liam Shakſpeare, deſſen Koſten durch Subſkription gedekt werden ſollen. Nach dem Plane ſoll die kolloſſale Sta⸗ tue des Dichters auf eine Rieſenſäule geſtellt werden, auf deren Piedeſtal die Hauptperſon eines jeden ſeiner drama⸗ tiſchen Stüke bildlich dargeſtellt wer⸗ den ſoll. Das Monument ſoll auf ei⸗ nem der höchſten Punkte unweit der Mündung der Themſe aufgeſtellt wer⸗ den, damit es ſowohl von London aus, als von den Schiffen, welche in den Fluß einlaufen, geſehen werden kann.
* M.
London. Ein engliſches Blatt erzählt: Ein Vieh in Menſchengeſtalt, Namens Palmer, der 2 Stunden von Boſton wohnt, führte kürzlich ſeine junge und ſchöne Frau, einen Zügel um den Hals, auf den Markt dieſer Stadt. Ein Auſternhändler bot 1 Shill. 6 Pence(einen Gulden) für ſie; end— lich wurde ſie aber einem ſeiner Nach— barn um die Hälfte theurer zugeſchla⸗ gen. Verkäufer, Käufer und die Frau begaben ſich nun ins Wirths haus, wo der Kaufpreis gegen eine Stempelquit⸗
handlung in Peſth zu haben.
tung bezahlt, und die Frau, den Zü⸗ gel eingerechnet, dem Käufer überlie⸗ fert wurde. Mann und Frau verzeht⸗ ten dann ein Beeſſteak als Abſchieds⸗ mal, und erſterer gab überdies zwei Krüge gutes Bier zum Beſten. M.
Wie n. Oen Haupttreffer der lezten Güterlotterie oder 270,000 fl. W. W. bat der Kunſthändler und Buchbinder in Pilſen, Herr Adalbert Haßler, geß wonnen. Den Haupttreſſer der Frelloſe, 1000 Dukaten, gewann das Komptoir⸗ perſonale des ausſpielenden hieſigen Groß handlungshauſes Zinner u. Comp.
— A.
Modenbild. Nr. 11.
Pariſer Herrenanzüge vom N 1. März. Oberrot mit Pelz ausgeſchlagen. Frühlingsrok mit Sammetkragen. Die pan⸗ talons ſind nach neuer Art.
Kunſt⸗ Nachricht. N Peſt h. Wir machen auf die ſo eben aus Wien angekommenen herrli⸗ chen Kupfer- und Steindrüke aufmerk⸗ ſam, die eben ſowohl wegen des höchſt intereſſanten Gegenſtandes, als des Kunſtwerthes alle Beachtung verdienen. Es ſind zwei von dem berühmten Pro- feſſor Ender in Wien, auf Befehl J. M. der Kaiſerin Mutter, meiſterlich aus⸗ ge führten Portraits des höchſtſeligen Kaiſers Franz J. Das elne(zwel“ Stunden nach dem Tode gemalt) ſtellt den hohen Verblichenen auf dem Ster⸗ bebette(Kupferſtich von Stöber), das andere auf dem Paradebette(lithogra⸗ 5 phirt von Clarot) dar. Beibe Bil⸗ der athmen Aehnlichkeit, Wahrheit ö und Charakter, und dürſen als Zim⸗ merverzierung und zugleich als ein ent⸗ ſprechendes Haus-Monument für den Unvergeßlichen dienen.— Dleſe beiden trefflichen Bilder ſind in Tomalas Kunſt⸗ U
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Herausgeber und Verleger ranz Wieſe n.


