Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
165
 
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belden mit der Bereitung des Mittels beauftragten Apothekergehilſen auf Eh⸗ renwort zu gewiſſenhafter Behandlung, und fügte noch einige Bemerkungen bei, mit welcher Sorgfalt alle Anſtalten für die Potenzirung getroffen ſeien. Das deſtillirte Waſſer nämlich ſei in Wöhrd bereitet, das Salz aus keiner Apotheke genommen, die Gläſer neu vom Glas händler, die Stopfen ebenſo auch im warmen Waſſer abgekocht, und ſämmtliche Gegenſtände ſeien nicht ein⸗ mal an einer Apotheke vorbeigetragen worden; endlich aber ſeien die beiden Gehilſen ſeit 2 Tagen aus ihren reſpektiven Offizinen entfernt gehalten wor⸗ den, hätten geſtern Abend ein Bad genommen und im Gaſthaus zum rothen Hahn übernachtet! Die Heiterkeit der Verſammlung ließ ſich hier, troz der früheren Ermahnung zu Ernſt und Würde, nicht länger bezähmen und ſelbſt der vortragende Hr. Stadtgerichtsphyſikus ſchien einen Augenblik die Würde ſeines Amtes zu vergeſſen. Sofort wurde dann zur Bereitung des geheim⸗ nißvollen Trankes mit möglichſter Förmlichkeit geſchritten und derſelbe von den Betheiligten verſchlukt, ohne daß gerade beſonders ſaure Geſichter zu bemerken geweſen wären. Ob und welche Wirkung derſelbe auf die verſchiedenen Konſti tutionen geäußert, kann begreiflicher Weiſe erſt am 12. März ſich oſſenbaren, wohl aber möchte der größere Theil der Verſucher, der bekanntlich ſchon das Frühſtük entbehren mußte, nicht mit gleicher Reſignation auf Mittag- und Abendeſſen verzichten, und ſomit wird es denn ſicherlich an Einſprüchen von der andern Seite nicht fehlen, um ſomehr als nirgend die Zeit angegeben wurde, wann die Wirkung der Decillion zu beginnen habe. Ob die Wiſſenſchaft durch den heutigen Akt etwas gewonnen, mögen Andere entſcheiden wir begnügen uns hier mit der Berichterſtattung. So viel aber iſt gewiß, daß der⸗ jenige Theil der Verſammlung, welcher nach Aufhebung der Sizung alleopa⸗ thiſch ſich in dem Schoppenzimmer des Gaſthauſes reſtaurirte, den beſten Theil für ſeinen Magen erwählt.

Seltſame Anweiſung.

Leopold v. Buch erzählt in ſeiner Reiſe durch Skandinavien von einem ſonderbaren, dort gebräuchlichen Certifikate:Wenn der Bauer um Chriſtia⸗ nia, die Hauptſtadt des Königreichs Norwegen, wo es ſehr viele Sägemühlen gibt, ſeinen Bretterreichthum abliefert, läßt er ſich die Bezahlung mit Kreide auf den Rüken ſchreiben; darauf gebt er ins Zahlamt, zeigt dem Kaſſier ſei⸗ nen Rüken, empfängt ſein Geld, und läßt die Zeichen auf ſeinem Pelze wie⸗ der vertilgen. f

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Teitung der Novitäten und Anſichten. nizetti. Die neuen Dekorationen ſind Theater. von Hrn. Antonio Sacchetti gemalt.

Zu dem Text diente der Stoff:

Berlin. Am 6. Feb. zum erſten daß Fauſta, die zweite Gemahlin Con Male:Fauſta. Oper in zwei Akten, ſtantin des Großen, deſſen Sohn Crispus nach dem Italieniſchen; Muſik von Do,(aus erſter Ehe) liebt und bei ſeinem