Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
156
 
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* Viele Jahre nach dem Frühſtüke in den Tuilerien, in der Schlacht bei Leipzig, kam ein Mameluk zu Ruſtan und forderte ibn auf, einen Sterben⸗ den zu tröſten, der ihn im Namen des Propheten darum beſchwöre. Ruſtan folgte dem Boten. Bei der Garde, bei dem Scheine halb verlöſchter Feuer⸗ brände, ſah er Alib liegen, der ihm die Hand entgegenbielt und Sprüche aus

dem Koran betete. Kaum hatte Ruſtan dieſe Hand ergriffen, als ſie erkaltete. Alib ſtarb an einer Wunde, die er nicht hatte verbinden laſſen.

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iir din Hein rice.

Die Geſchichte zeigt manches ſeltſames Zuſammeéntreffen, und es gibt Ereigniſſe, die eine ſo merkwürdige Aehnlichkeit darbieten, daß man faſt glau⸗ ben möchte, ſie ſeien das unvermeidliche Geſchik gewiſſer Familien. Ein ſol⸗ ches ſonderbares Zuſammentreffen zeigt uns in boͤchſt auffallender Weiſe das königliche Haus Ca pet jedesmal, wenn eine der Branchen deſſelben auf den Tbron gelangte. So iſt die Nachfolge dreier Brüder auf den Thron Frank reichs ſtets die Erlöſchung oder Ausſchließung des ältern Zweiges in dem Au⸗ genblike vorangegangenen, wo er einer neuern Linie Plaz machte. Philipp der Schöne ſtirbt; er binterläßt 4 Sohne: drei dieſer Söhne gelangen nach einander auf den Thron; zuerſt, Ludwig X. Hutin, hierauf Phllipp der Lange und endlich Karl der Schöne. Die Branche ber Capets erliſcht, die der Valois erſezt ſie. Als die Regierungszeit der Lezteren abgelaufen war, ver⸗ liert ſie den Szepter unter denſelben Umſtänden wie die Branche, welche ſie erſezte. Heinrich II. hinterläßt vier Erben; von denſelben werden drei Könige von Frankreich; Franz II., Kart IX., Heinrich III. Die Valols enden, die Bourbons beginnen. Wir ſahen die ältere Linie der Bourbons nach den Re gierungen Ludwig XVI., Ludwig XVIII. und Karl X. enden, welche drei auch Brüder waren, und alle den Tbron beſtiegen. Eine andere Sonderbar⸗ keit ſinden wir in einer der zahlreichen Produktionen des ſechzebnten Jahr⸗ bunderts, die in Haag gedrukt iſt: und den Titel:Finger Gottes trägt.

Eines Abends regnete es in Strömen; eine alte Frau, die im Lande als Hexe galt, und die eine elende Hütte im Walde von St. Germain bewohnte, börte an ihrer Thüre klopfen; ſie öffn und ſah elnen Kavalier, der ſie um Gaſtfreundſchaft bat, ſie brachte ſein Pferd in eine Scheune, und ließ ihn eintreten. Beim Schimmer einer rauchenden Lampe ſah ſie, daß es ein junger Edelmann war. Die perſon verkündete die Jugend, die Kleidung den Stand. Die alte Frau machte Feuer an, und frug den Edelmann, ob er etwas zu eſſen wünſche. Ein ſechzehnjähriger Magen iſt wie ein ſechzenjahriges Herz, ſebr begehrlich und wenig ſpröde. Der junge Mann nahm das Anerbieten an. Ein Stük Käſe und ein Schwarzbrod ward aus der Truhe geholt. Es war der ganze Vorrath der Alten.Ich habe nicht mehr, ſprach ſie zu dem jun⸗ gen Edelmann,das iſt Alles was mir der Zehnte, die Steuer und die Nachſteuer übrig laſſen, um armen Neiſenden anzubieten; dazu kömmt noch, daß mich die Bauern der Umgegend als eine Here und eine dem Teufel OGe⸗