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Die Höhle des Bären.
Ein reiſender Fakir, der aus
Kaſhemir kam, erzählte das nachſte bende
ſeltſame Abenteuer:„In Kaſhemir,“ ſagte er,„gibt es eine ſehr tiefe Höhle,
welche ich beſucht und in der ich elne felte anfangs bei ihrem Anblike, ob
faſt nakte Frau geſehen habe. Ich zwei⸗ es ein ſterbliches Weſen oder ein bloßes Gaukelbild ſei. Ich trat indeß näher und fragte
ſie, wer ſie ſei, worauf ſie
mir entgegnete, ſie ſei ein Weib. Aus ihren Antworten auf meine Fragen, woher und wie ſie an dieſen ſchreklichen Ort gekommen ſei, erfuhr ich, daß
eine Karavane ſie krank und hilflos in der Nähe
verlaſſen habe, daß dies be⸗
reits vor zehn Jahren geſchehen ſei, daß ſie jezt mit einem Bären lebe und das
ganze menſchliche Geſchlecht verabſcheue. Ich fragte ſie,
wendigen Lebensunterhalt ver ſchaffe,
wie ſie ſich den noth⸗
und ſie entgegnete, der Bär bringe ihr
ſo köſtliche Früchte, wie ſie unter den Menſchen nie gegeſſen habe. Ich ver⸗
ſuchte ſie zu überreden,
mich antreffe.
TLeitung der Nov Rorreſpondenz.
Ag ram(17. Febr.). Geehrter Herr Redakteur! Erlauben Sie, daß ich mich Ihnen als einen Berichterſtat⸗ ter unſerer Novitäten anblete, und zwar als einen ſolchen, der den Be⸗ ſtand der Sache unbefangen auffaßt, ohne das Seccirmeſſer der Kritik daran zu ſezen. So wie ſie iſt— nicht wie ſie ſein ſoll, will ich dieſelbe mittheilen.
Zuerſt vom Schauſpielweſen.— Das Theater wird immer zahlreicher beſucht, woraus das geſteigerte Inte— reſſe des Publikums für dieſe Kunſt zu entnehmen iſt, deſſen billigen For— derungen auch die Theater-Direktion zu entſprechen ſich angelegen ſein läßt. Die nöthigen Dekorationen werden im— merfort nachgeſchafft, welche der ſchon bekannte Herr Martinelli aus Grätz beſtens aus zu führen ſtrebt.— Das Schauſpiel-Perſonale iſt brav, und mancher Charakter mehr ſach beſezt. So baben wir drei Liebhaberinen die rou⸗
den ſchreklichen Ort zu verlaſſen, aber ſie ſich und rieth mir, mich ſo ſchnell als möglich zu den Augenblik zurükkommen könne, und er mich
weigerte entfernen, weil der Bär je⸗ ſicherlich umbringe, wenn er
Anſichten.
tinirte, gern geſehene Dem. Glaäſer
für die erſten, für die zweiten Par⸗ tbien Mad. Eichwald, und für nalve Nollen Dem. Thereſe Novak. Für An⸗ ſtands⸗- und Mütterrollen Mad. Broſe, für komiſche Alte Mad. Frank, für Nebenrollen mehrere weibliche Indivl⸗ duen, als: Fany Novak, Krip, ge. Auch ſind drei Liebhabertalente vor— handen. Herr Eichwald, ehemals Thea— ter-Oirektor in dem vom Unglüke heim geſuchten Wiener-Neuſtadt, als erſter Liebhaber u. erſter Held; Herr Julius für Konverſationsſtüke und Herr Gou— bau ebenfalls für dieſe. Herr Grau muß vorzüglich in Charakter-Rollen er⸗ wähnt werden, die er ſtets wirkſam in Darſtellung bringt, und auch immer ungetbeilten Beifall erntet. Hr. Bro ſe, Regiſſeur, brauchbar für komiſche Alte und Pedanten, Herr Schweigert für zärtliche Vater. Hr. Seufert, ſchon unter der vorigen Direktion ein be— liebter Komiker, wirkt mit Olüt auch in der Oper. Für Nebenrollen iſt hin⸗


