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—„Wie heißt du?“
„Ich nenne mich Ruſtan.“ 5
Ja, er war es, Ruſtan, der Bräutigam Nephtalies, dem der Becher geſtohlen worden war, der, fern von ſeinem Vaterlande und ſeiner Familie, dem Zorne des Himmels entgehen wollte, welcher ihn und das Mädchen, das er zur Gattin wählen wollte, bedrohte, wie er glaubte.
—„JDu ſollſt mein Mameluk ſein.“
Von dieſem Tage an gehörte Ruſtan Napoleon. Bonaparte ſchiffte nach Frankreich zurük, es vergingen einige Jahre und die Geſchichte erzählt, was
in denſelben geſchah. (Beſchluß folgt.)
Der Oliveng arten.
Bove, der ehemalige Direktor der Gärten und Anpflanzungen Ibrahim Paſcha's in Cairo, erzählte Nachſtehendes:„Es gibt in der Provinz Fayum Olivenbäume, deren Stämme faſt zehn Fuß im Umfange, und drei bis vier große Aeſte getrieben haben, welche ebenfalls drei Fuß im Umfange meſſen. um ſie herum kommen Tauſende von Wurzelſchößlingen hervor, die man jezt ſorgfältig verpflanzt. Dieſe Bäume ſcheinen vor der mahomedaniſchen Zeitrech⸗ nung gepflanzt worden zu ſein, denn ſeitdem ſind in Egypten nirgends An⸗ pflanzungen gemacht worden. In Paläſtina und Syrien findet man die ſchön— ſten Oelbaumpflanzungen; öſtlich von der Stadt Gaza liegt ein bedeutender Oelbaumwald; die ſtärkſten Bäume gibt es aber im Olivengarten bei Jeruſa— lem. Ihr Stamm hat über zwölf Fuß im Umfange und ſie werden von den Chriſten unterhalten, die gewöhnlich glauben, es ſeien dieſelben Bäume, welche ſchon zu Jeſus Zeiten ſtanden, was Herr Vove nicht für unwahrſcheinlich hält.
— Verſchieden heit der Stimme.
Herr Dureau de la Malle theilt folgende Beobachtungen mit:„Ich war ſehr erſtaunt,“ ſagt er,„auf meiner Reiſe(von Genua nach Carrara) bei einer wilden Schwarzamſel einen ſehr melodiöſen Geſang zu finden, der von jenem dieſes Vogels bei uns ganz abweicht; ich verſtekte mich, und ſah zwan⸗ zig Schritt vor mir den Vogel mit dem gelben Schnabel, den ſchwarzen Bei— nen, dem flekenloſen ſchwarzen Gefieder, ſo daß kein Zweifel über die Iden⸗ tität der Art übrig war. Haben das Klima, das Waſſer, die Luft, die Berge Einfluß auf die Stimme? Herr von Humboldt hat dieſelbe Verſchiedenheit, z. B. bei den Kanarienvögeln beobachtet.“ Derſelbe Reiſende wunderte ſich auch über die Schönheit der Stimme bei den Bewohnern von Bergamo, welche ſehr häufig Kröpfe haben. Die italieniſchen Gelehrten verſicherten ihn, die Zahl der Kröpfe und ſchöänen Stimmen ſei ſehr groß, und ganz außer Verhältniß mit den umliegenden Ortſchaften. Dieſelbe Erſcheinung iſt übrigens zu Zama in Numidien von Vitruvius und Plinius als Augen- und Ohrenzeugen beo— bachtet worden.


