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länglich Perſonale da, das ſich mehr oder minder bemerkbar macht. Alle ins⸗ geſammt befleißen ſich, das Publikum möglichſt zu vergnügen, und die gege—⸗ benen Stüke fallen zur Zufriedenheit aus. Eines, vor Kurzem mit großem Beifall aufgenommenen muß ich beſon— ders erwähnen. Der bereits genannte Hr. Schweigert, ſtets bemüht, für ab— wechſelndes Vergnügen des Publikums zu ſorgen, indem er ſchon Ueberſezun—⸗ gen Kotzebue'ſcher Werke in das Kroa— tiſche veranlaßte und in die Szene ſez— te, hat zu ſeiner diesjährigen Vene⸗ ſize die Erzählung einer Dame, Ma⸗ rie von**, für die Bühne bearbei— tet. Es iſt die Begebenheit, wie un— ſere tapferen Krieger ſich aus Glogau befreiten. Er hat mit Berükſichtigung des Theater-Effekts den Hochzeitsein⸗ zug und die Muſikſtüke nach National⸗ Melodien, und ganz den inländiſchen Gebräuchen gemäß, beſonders den Kolo— Tanz in Darſtellung gebracht. Die Anklänge an vaterländiſche Tugend er—⸗ wekten vielfältigen Applaus, und Hrn. Schweigert gelang es dadurch abermal, ſich beim Publikum, in der von ſeinem Talente bisher immer gehegten guten Meinung, noch mehr zu befeſtigen.—
Nicht ſo gut iſt die Oper beſtellt, da es an einem Baſſiſten und einem geeigneten Tenore fehlt. Zwar iſt Herr Leſer ein guter Bariton, und Herr Ferd. Karlitzky ein angenehmer Tenor, aber es fehlt dem lezteren an Kraft. Hr. Auguſt Karlitzky und Hr. Kauer thun ihr Möglichſtes. An Dem. Kunnert iſt zwar eine Sopran-Sänge⸗ rin gewonnen, und Mad. Karlitzky lei⸗ ſtet in zweiten Parthien gute Dienſte, dennoch iſt der Mangel der noch nöthi⸗ gen Mitglieder fühlbar. Die Direktion wird hoffentlich trachten, in der Folge auch hierin das Publikum zufrieden zu ſtellen. Bis nun wurden die Opern: „Zampa“,„Aſchenbrödel“, der„Var⸗
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bier“, der„Freiſchüz“ und„Agnes Sorel“, jedoch mit ungleichem Erfolge gegeben.
Nun etwas vom Karneval.— Das Geburtsfeſt Sr. Majeſtät, unſers all⸗ geliebten Monarchen, gab nebſt den ge— wöhnlichen, an dieſem freudenvollen Ta— ge ſtatthabenden Solennitäten, auch die Veranlaſſung, daß zu dem auf den Abend dieſes Tages angekündigten Bal⸗ le, der Redouten-Saal ſich ungewöhn— lich füllte. Aber auch ſchon Tags vor⸗ her wurde von dem ſtädtiſchen Tanz— meiſter, Hr. Winterſtein, in dieſem Saale ein Kinderball veranſtaltet, der ſehr viel Anmuthiges darbot. Erwähn— ter Tanzmeiſter hatte ſeinen Eleven einen idealiſchen Tanz einſtudirt, der in zwei Abtheilungen ſtatt fand und zur Zufriedenheit Aller ausgeführt wurde. Es war wunderlieblich anzu⸗ ſchauen, wie die verſchiedenen Orup— pen, die nach dem Alter und den hie— zu ſehr paſſend gewählten Anzügen abgetheilt waren, gleich einer Genien⸗ Welt, ſich im Tanzmeere bewegten. Lebhaft erinnerte ich mich dabei an die Horſchelt'ſchen Kinder-Ballet-Tänze in Wien. Die Gallerie faßte kaum die Zuſchauer, und im Saale war es eben— falls voll.—ich.
Miszellen.
New'⸗Hork. Auch in Amerika iſt eine Aufforderung zu Beiträgen für das Album Schillers und das dem gro— ßen Dichter beſtimmte Denkmal er— ſchienen.. Leipzig. Es iſt doch auffallend, daß jezt, mitten im Frieden, die Räu⸗ bereien und Diebereien ſo ſtark zuneh⸗ men. In Hannover und Holſtein hat man erſt jezt eine große Räuberbande zerſprengt, welche die Wege unſicher machte und ſelbſt die Poſten beraubte.


