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mal hinter einander wiederholt. Ihr Entzüken über Muſik iſt ſo groß, daß ſie ſogar das Eſſen ſtehen läßt, um ungeſtört zu hören.
Wald.
Zu den vorzüglichſten Merkwürdigkeiten in Morea gehört der verſteinerte Wald. Viele Reiſende haben den Waſſerfall bei Navarin geſehen, aber wenige ſich die Mühe genommen, den Berg zu erſteigen, von dem er herabſtüzt, und jene rieſigen verſteinerten Baumſtämme zu bewundern, welche durch ihre Stärke jede Vegetation unſerer Zeit übertreffen, als Skelette eines vorſündfluthlichen Waldes über einander geſchichtet liegen und die Seele des Schauers zwingen, an die unbekannten Zeiten der Urwelt zu denken.
Da wo der Bergbach ſich in die Tiefe hinabſtürzt, ſteht ein gro— fer, außerordentlich alter Baum, den das einſame Feuer der Hirten aus— höhlte, welche darin kek in den kalten Winternächten am Rand des Ab— grundes ſchlafen. Ich kam auch an dieſen ſchauerigen, impoſanten Schau⸗ plaz und hielt mich an einem Aſte feſt, um einen Blik in den Abgrund thun zu können. Nach mehreren kleinern Fällen ſtürzt ſich das Waſſer 150 Fuß hoch ſenkrecht an den Felſen hinab, die es glättet und aushöhlt, und fließt dann durch ein Thal hin, um ſich in das Meer zu ergießen. Man hört hier keinen Laut, als den Widerhall der Axtſchläge der Holzhauer in dem Walde zu Kembe.
Durch den verſteinerten Wald rauſcht jener Vergbach. Das Waſſer des Falles beſizt allerdings verſteinernde Eigenſchaften, aber man begreift nicht, wie es ſich auf einer ſa oraßen Gläche gusbectten un zu ſo verſchiedener Höhe reichen konnte. Das Waſſer, das durch den Wald ſtürzt, erregt einen ſeltſa— men Ton, gleich einer übernatürlichen Stimme, welche aus der Höhe herab— zukommen ſcheint, und den einſamen Wanderer mit ſchauerigen Gedanken an die andere Welt erfüllt.
Der verſteinerte
g der Novitäten und Aut ee.
empfing, äußerte bei der Unterredung, die er mit ihnen hatte, ſein Bedauern darüber, daß ſie London zu ſo einer
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Lon bon. Die beiden in Lon⸗ don angekommenen türkiſchen Offiziere ſind dem Herzoge von Wellington vor— geſtellt worden. Der Zwek ihrer Reiſe beſteht darin, England zu ſehen und ſeine Einrichtungen kennen zu lernen. Sie ſind von der großherrlichen Garde. Der Eine, Asmi Bey, iſt ein Sohn des vorigen Miniſters der auswärtigen Angelegenheiten. Der Herzog von Wel— lington, der ſie mit großer Höflichkeit
traurigen und finſtern Jahreszeit be- ſucht hätten, worauf der Eine erwi— derte:„Seit wir in England ſind, haben wir täglich neues Licht geſehen und haben keinen Grund, uns über die Dunkelheit Ihrer Atmoſphäre zu beklagen.“ M. Brüſſel. Ganz Brüſſel iſt enthuſiasmirt über den koſtümirten Vall bei Hofe, der) das Glänzendſte über⸗ ſtrahlte, was man noch je dort geſe⸗


