Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
144
 
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ben. Die junge Königin trug das Ko⸗ ſtüm der Margaretha von Oeſterreich, Regentin der Niederlande unter Phi⸗ lipp II., Tochter des Kaiſers Maximi- lian und der Maria von Burgund. Die Herzogin von Aremberg trug das alterthümliche Koſtüme einer der er⸗ lauchteſten Prinzeſſinen ihres uralten Fürſtenhauſes, mit der Herzogskrone in Diamanten und dem Fürſtenmantel von Drap d' Or mit Hermelin. Die Prinzeſſin von Stollberg erſchien in ihrer Tracht als Aebtiſſin von Mons, mit dem großen blauen Ordensbande. Um Mitternacht erſchien der König, der der Herzogin von Aremberg den Arm gab, und unterhielt ſich auf's Freundlichſte mit den Anweſenden. Der Ball ſoll 600,000 Fr. in Umlauf ge⸗ bracht haben. T. Edinburg. Ein Pächter im nördlichen Schottland, deſſen treffliche RNübenfelder häufig geplündert wur⸗ den, beſäete im vertoichenen Jahre ein großes Stük Feld am Wege mit die⸗ ſem Gemüſezum Gebrauch des Publi- kums, und ließ bei demſelben eine Tafel aufſtellen mit der Inſchrift: Man wird erſucht, bloß von dieſem Felde zu ſtehlen. Ein anderer Pächter, der daſſelbe Schikſal hatte, bat das Publikum auf ähnlichem We⸗ ge, wenigſtens mit der einen Reihe Rüben ganz aufzuräumen, ehe man mit der nächſtfolgenden beginne. S. London. Ein in London er⸗ ſchlenenes Werk,Publicus betitelt, enthält eine Ueberſicht des Einkom⸗ mens der Geiſtlichkeit in allen chriſtli⸗ chen Ländern, aus welcher hervorgeht, daß England jährlich der biſchöflichen Geiſtlichkeit die ungeheure Summe von 8,896,000 Pf. Sterl. auf eine Bevöl⸗ kerung von 6,400,000 Gläubigen be⸗ zahlt, während alle übrigen chriſtlichen

Länder zuſammen, bei einer Bevölke⸗ rung von 195,678,000 Gläubigen, ib⸗

rer Geiſtlichkeit nur die Summe von 8,591,000 Pf. Sterl. entrichten. M.

Paris. Auf den Märkten und in den Hallen zu Paris wurden ſeit Kurzem den Köchinen ſehr häufig ihre Einkaufsgelder aus den Taſchen ge⸗ ſtohlen. Am 11. Febr. verſammelte ſich eine Gruppe derſelben auf dem Gemü⸗ ſemarkt, und klagte laut über die an ihnen begangenen Plünderungen, als ein Polizeibeamter, der ihnen zuhörte, eine wohlgekleidete Dame in der Nahe ſtehen ſah, von der er wußte, daß ſie ſchon früher Ubren, Borſen u. dergl. an den Eingängen der Theater ge⸗ ſtoblen batte. Er lud ſie ein, ihm in das Wachthaus zu folgen; hier wurde ſie durchſucht, und man ſand bei ihr eine Börſe mit 60, einen Beutel mit 20, ein Saktuch mit 15 Franks, nebſt zwei werthvollen Tabaksdoſen. Ole Dame wurde in das ne ge⸗

bracht. London. den engliſchen Zeitungen, del iu Ofladien cel nen, lieſt man eine ſeltſame Anzeige. Der König von Lucknow bringt näm⸗ lich durch die Zeitungsblätter ſeinen Wunſch zur Kenntniß des Publikums, eine Engländerin oder irgend eine an⸗ dere Europäerin zu heirathen. Sie ſoll alle Vortheile und Rechte elner Königin genießen, muß aber dem 8 chenden ein Vermoͤgen von 30 8 Rupien, d. h. etwas über 5 Mill. preuß. Thaler, zubringen. M.

Modenbild. Nr. 10.

Pariſer Frählingsanzüge vom 15. Feb. Die Dame: Hut von Gros de Naples mit einer Feder gezlert. Ue⸗ berrok von Gros de Naples mit hinaufra⸗ gendem Leibe. Der Herr: Oberrot von Caſtorin.

Moderne Hänge ⸗Loken, dle nie aufgehen, ſind in Melbers Frlſeur⸗ Gewölbe, in Peſth, Dorothea⸗Gaſſe, Nr. 8, zu haben.

Herausgeber und Verleger Sranz Wieſen.