Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
126
 
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ſeinem Inſtrumente den vollen Werth einer eigenen Erfindung beizumeſſen. Die Apollolyra iſt ein Blasinſtrument von 4 Oktaven mit 42 Klappen und 6 Löchern; die äußere Form iſt geſchmakvoll, und ganz der einer Leyer entſpre chend. Sie vereinigt den Ton der Klarinette, der Oboe, des Fagotts und der Hörner in ſich; beſonders anſprechend ſind die Töne des Horns, die! auch durch eine beſondere Vorrichtung, ohne angeblaſen zu werden, bloß durch Griſſe, wie im Echo erklingen. Hr. Schmidt hat mit ſeinem Inſtrumente mehrere Hauptſtädte Europa's beſucht, und von der Académie Industrie in Paris, ſo wie von dem Londoner Museum of national Manufactures and me- chanical Arts anerkennende Diplome und Medaillen, auch von den erſten Kom poniſten und Tonkünſtlern(Hummel, Cherubini, Paér, Roſſini, Meyerbeer, Moſcheles u. m. a.) ſehr ehrenvolle Zeugniſſe über ſeine Erfindung erhalten.

Er iſt in dieſem Augenblik in Nürnberg.

Leitung der Novitäten und Anſichten.

Literatur.

Wien(20. Feb.) In ber Me⸗ chitariſtenbuchhandlung wird ein für die Monarchie, beſonders für Ungarn und die mit demſelben einverleibten Provinzen, höchſt intereſſantes Werk erſcheinen, welches ſich bereits unter der Preſſe befindet. Es wird den Titel führen: Ethneographiſches Gemälde ber ſlavoniſchen Militärgrenze oder a us führliche Darſtellung der Lage, Be⸗ ſchaffenheit und politiſchen Verfaſſung des Landes, dann der Lebensart, Sit⸗ ten, Gebräuche, der geiſtigen Bildung und des Charakters den Bewohner (nebſt Beiträgen aus der Volkspoeſie der Serben) von Spiridion Jo⸗ wit ſch. Der Verfaſſer, welcher ſei nen literariſchen Beruf bereits durch mehrere Aufſäze bekundet hat, iſt in der Militärgrenze geboren, und es läßt ſich daher ein glänzender Erſolg des ganzen Unternehmens billigerweiſe er⸗ warten. Franz Fitzinger, bereits in der literariſchen Welt auf eine rühm⸗ liche Weiſe bekannt, ließ einen Band ſeiner Dichtungen in Leipzig bei

Hartmann erſcheinen, in welchem ſich manche erfreuliche poetiſche Blüthe be findet. Eine gewiſſe Legerität in der Behandlung, welche jezt aber in einem noch viel ärgeren Grade, ſeit Heines liederlichen Gedichten erſchienen ſind, unter vielen unſerer jungeren Poeten eingeriſſen iſt, dürfte der einzige Vor⸗ wurf ſein, welchen man den Verfaſſer zu machen veranlaßt wäre. Uebrigens liegt jedem ſeiner Gedichte eine poeti ſche Tendenz zu Grunde, welche nicht ſelten neu genannt werden darf und Kompoſiteur wie Deklamator werden in dieſer Sammlung nicht vergebens nach tauglichen Plecen ſuchen. So eben erſchien auch bei J. B. Walis ha u⸗ ſer in Wien: Balladen und Romanzen von Joh. N. Vogl. Zur Anempfehlung dieſer Sammlung, welche mit einem trefflichen Kupferſtich von Paſſini, gezeichnet von Stein⸗ rucker, geziert iſt, dürfte eine vater⸗ ländiſche Ballade, welche auch in der Huldigung der Frauen von Caſtelli erſchien und beifällig aufge⸗ nommen wurde genügend ſein,(Wir werden dieſe Ballade nächſtens im Spie⸗ gel mittheilen. R.) Eheſtens werden auch bei Franz Lechner vier Bände