Sonnabend, 21. Februar. 1833.
Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Halblähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ Man pränumerirt im Lommiſſlonsamt zu Ofen.
5
8 ſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten 2(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrüten 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. 2
lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Claude Gueux, von Vietor Hugo. (Eine Gefaͤngnißſzene.)
Vor 7 oder 8 Jahren lebte ein armer Taglöhner, Namens Claude Gueux, zu Paris. Er hatte eine Geliebte und ein Kind bei ſich. Der Taglöhner war geſchikt, übel behandelt von der Erziehung, deſto beſſer von der Natur; er konnte nicht leſen, aber denken. Einſt im Winter fehlte es ihm an Arbeit. In ſeinem Dachſtübchen war weder Feuer noch Brod. Der Mann, das Mädchen und das Kind froren und hatten Hunger. Der Mann ſtahl, ich weiß nicht was, und weiß nicht wo er ſtahl. Ich weiß nur, daß die Folge dieſes Diebſtahls für die Mutter und das Kind auf drei Tage Brod und Feuer, und für den Mann fünf Jahre Gefängnißſtrafe war.
Der Mann ward zur Abbüßung ſeiner Strafe in das Zuchthaus nach Clairvaur geſendet,— nach dem Kloſter Clairvaux, das man in eine Vaſtille, deſſen Zellen man in Stokhäuſer, deſſen Altar man in einen Pranger vei— wandelt hat.
Hier angelangt ſperrte man ihn bei Nacht in einen Kerker und bei Tag in eine Werkſtätte. Lezteres tadle ich nicht. Claude Gueux, früher ein ehr— licher Taglöhner, jezt ein Dieb, war von ernſtem, würdigem Aeußern. Er hatte eine hohe, und wenn gleich noch jung, von Runzeln durchfurchte Stirne, und hie und da einige graue unter den ſchwarzen Haaren, ein ſanftes tieflie— gendes Auge unter wohlgeformten hohen Brauen, ein vorſtehendes Kinn und einen Zug der Verachtung auf der Lippe. Mit einem Worte: es war ein ſchöner Kopf; wir werden ſehen, was die Geſellſchaft aus ihm gemacht hat.
Er ſprach wenig mit Worten, häufig mit Gebärden. In ſeinem ganzen Weſen lag etwas Gebieteriſches, dem man gern Folge leiſtete; er hatte ein


